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Oskar Lafontaine: Lafontaine freut sich über "Wahlgeschenk"

Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, sieht den Führungswechsel innerhalb der SPD als "Wahlgeschenk" für seine Partei. "Das Comeback der Schröderianer garantiert der SPD weitere Wahlniederlagen und Mitgliederverluste", sagte Lafontaine voraus.

Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hat den Führungswechsel in der SPD als Wahlgeschenk für die Linkspartei bewertet. Der Unterschied zwischen der SPD und der Linkspartei sei durch das neue SPD-Führungsduo Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier noch klarer geworden, sagte Lafontaine der "Frankfurter Rundschau". "Müntefering und Steinmeier stehen für Rentenkürzung, Agenda 2010 und die Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen", sagte er. "Das Comeback der Schröderianer garantiert der SPD weitere Wahlniederlagen und Mitgliederverluste", prophezeite Lafontaine.

Steinmeier und Müntefering waren maßgeblich an der Ausarbeitung und Umsetzung der Agenda 2010 unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder beteiligt. Mit Blick auf diese Ereignisse erklärte auch der Bundestags-Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, mit Müntefering und Steinmeier gebe "es keine neuen Ansätze, keine Veränderung der SPD".

Lafontaine, rief enttäuschte Sozialdemokraten auf, nach Becks Rückzug zur Linken zu wechseln. Allerdings wollte er eine Zusammenarbeit mit der SPD unter der neuen Führung auch nicht ausschließen: "Man soll nie nie sagen. Wenn Müntefering und Steinmeier umdenken, lassen wir uns gerne überraschen."

Den von der hessischen SPD angestrebten Machtwechsel mit Hilfe der Linkspartei sieht Lafontaine nicht gefährdet. "Die hessische SPD weiß, dass sie keine andere Wahl hat, als Koch abzulösen", sagte der Bundesvorsitzende der Linken. Am Montag habe sie daher auch jeden Versuch der Einflussnahme durch die Bundes-SPD im Keim erstickt.

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hatte erklärt, der Führungswechsel an der Bundesspitze der Partei haben auf ihre Pläne, eine rot-grüne Minderheitsregierung mit Unterstützung der Linken zu bilden, keine Auswirkungen.

Reuters/AP / AP / Reuters