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Parteienforscher Franz Walter Westerwelles Popularität könnte steigen


Der scheidende FDP-Chef Guido Westerwelle muss sich dieser Tage heftige Kritik aus dem eigenen Lager gefallen lassen. Glaubt man Parteienforscher Franz Walter, hat sein Rückzug etwas Gutes.

Bislang genossen alle Außenminister in der deutschen Bevölkerung hohe Sympathiewerte. Das galt zuletzt für Frank-Walter Steinmeier und Joschka Fischer, aber auch ein als dröge verschriener Typ wie Klaus Kinkel war bei den Wählern beliebt. Nur bei Guido Westerwelle wollte das nicht klappen - bislang. Doch das könnte sich nun ändern: Nach Einschätzung des Göttinger Parteinforschers Franz Walter kann Westerwelle nach seinem angekündigten Rückzug vom FDP-Vorsitz als Bundesaußenminister populär werden. "Wenn er das Außenamt halten kann, dann könnte er durchaus die Renaissance eines starken Mannes erleben", sagte Walter der "Saarbrücker Zeitung".

Walter erinnerte in diesem Zusammenhang an den Altliberalen Hans-Dietrich Genscher. Dieser habe einst seinen Parteivorsitz abgegeben und sei trotzdem Außenminister geblieben. "Damit begann sogar erst seine populäre Ära", sagte Walter. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Westerwelles Weg ähnlich verlaufe. "Er wird es jedenfalls mit aller Kraft versuchen", prophezeite Walter.

Mitleid mit dem Nachfolger

Dass sich der alte und der neue FDP-Vorsitzende am Ende gemeinsam im Bundeskabinett wieder finden werden, ist aus Sicht des Politikforschers allerdings problematisch. "Das kann zu starken Reibereien führen". Westerwelle sei eine Machtnatur. Das gelte nach seinem unfreiwilligen Rückzug vom Parteivorsitz umso mehr.

Dieser Sichtweise zufolge hat es der neue Parteichef dann sehr schwer: Während Westerwelle auf einen großen Apparat im Auswärtigen Amt zurückgreifen könne, bleibe dem neuen Vorsitzenden nur die deutlich kleinere Parteizentrale. "Fast könnte der einem leid tun", so Walter.

che

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