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Bei "Maischberger": Peer Steinbrück: Kevin Kühnert als künftiger SPD-Chef? "Wahnsinn!"

Wer soll die SPD retten? Juso-Galionsfigur Kevin Kühnert jedenfalls nicht, ist sich Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sicher. Auch am Groko-Aus noch vor dem Jahresende zweifelt er nicht.

Steinbrück basht bei Maischberger Kühnert, die SPD und die Groko

Peer Steinbrück mit Sandra Maischberger: "Die SPD ist seit 2005/2006 permanent unzufrieden. Das drückt sie in ihrer politischen Körpersprache aus."

Peer Steinbrück muss es ja wissen. Der frühere SPD-Kanzlerkandidat und Autor des Buches "Das Elend der Sozialdemokratie" profiliert sich derzeit als ebenso messerscharfer wie besserwisserisch auftretender Kritiker seiner Partei, in die er vor 50 Jahren eingetreten ist und es nach eigenem Bekunden auch heute wieder tun würde - weil es eine sozialdemokratische Kraft brauche.

Dass das nicht mehr so viele Wählerinnen und Wähler so sehen, macht Steinbrück unter anderem an den anhaltenden und alles überdeckenden Personaldiskussionen der Partei fest, die "seit 2005/2006 permanent mit sich unzufrieden ist und das in ihrer politischen Körpersprache auch zeigt." An den Personaldiskussionen beteiligt er sich dennoch - und traut einer der wenigen noch vorhandenen Persönlichkeiten nicht zu, die SPD aus der Krise zu führen: Juso-Chef Kevin Kühnert.

Peer Steinbrück: Parteichef Kühnert? Vielleicht mit 40

In der ARD-Sendung "Maischberger. Die Woche" sagte Steinbrück am Mittwoch, Kühnert werde zwar von den Medien "hochgeschrieben", der 29-Jährige biete aber für viele Themen keine Lösungen. Spontan nannte er die Vorstellung und auch die Tatsache, dass das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Kühnert auf den Titel gehoben habe "Wahnsinn". Es sei vollkommen übertrieben, einen knapp 30-Jährigen gleichermaßen zu einer Lichtgestalt und einem Belzebub zu hypen. Das stehe in einem "absoluten Missverhältnis zu den Möglichkeiten, die dieser Mann haben wird." Kühnert werde überfrachtet mit Erwartungen. Damit tue man ihm keinen Gefallen. Steinbrück: "Es kann sein, dass er mit 40 Parteivorsitzender wird."

Mit Blick auf die Führungskrise in der SPD seit dem Rücktritt der Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles sagte Steinbrück, die SPD könne sich leider keinen neuen Parteivorsitzenden "aus der Retorte backen". "Und bisher haben alle Stellvertreter abgelehnt zu kandidieren."  

"Groko wird Weihnachten nicht erreichen"

Pessimistisch äußerte sich Steinbrück, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2013 unterlegen war, zudem erneut über den Fortbestand der großen Koalition: "Diese Regierung wird Weihnachten nicht erreichen. (...) Im Lichte möglicher neuerlicher Niederlagen bei den Landtagswahlen (im Herbst in drei ostdeutschen Bundesländern) ist die Dynamik in der SPD nicht mehr zu steuern und dann wird es eine breite Meinungsbildung geben, dass die SPD die Koalition verlassen sollte."

Sehen Sie die komplette Ausgabe von "Maischberger. Die Woche" in der ARD-Mediathek: