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Pferdefleisch-Skandal Gabriel fordert europäische Lebensmittelpolizei


Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fordert als Konsequenz aus dem aktuellen Pferdefleisch-Skandal eine europäische Behörde für Lebensmittelkontrolle. Ein Vorbild für die neue Institution hat er schon.

Als Konsequenz aus dem Pferdefleischskandal hat SPD-Chef Sigmar Gabriel die Gründung einer europäischen Lebensmittelpolizei gefordert. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich nur noch Besserverdiener gesunde Lebensmittel aus dem Biomarkt leisten können", sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung. "Eine SPD-geführte Bundesregierung wird deshalb darauf drängen, dass nach dem Vorbild von Europol eine europäische Lebensmittelpolizei eingerichtet wird, die solchen internationalen Nahrungsmittelskandalen auf den Grund gehen kann."

Mit einer solchen "Eurofood"-Behörde könne die Zersplitterung und das Kompetenzwirrwarr im Bereich der Lebensmittelkontrolle beendet werden. Außerdem müsse die europäische Agrarförderung auf Qualität statt auf Quantität ausgerichtet werden, sagte der SPD-Vorsitzende.

50.000 Tonnen vermeintliches Rindfleisch

Der vor Monaten aufgedeckte, europaweite Betrug mit falsch deklariertem Pferdefleisch ist nach neuen Erkenntnissen noch größer als bislang bekannt. Die niederländische Lebensmittelkontrollbehörde hatte am Mittwoch rund 50.000 Tonnen vermeintliches Rindfleisch zurückgerufen. Das an Käufer in ganz Europa ausgelieferte Fleisch des niederländischen Herstellers Willy Selten kann demnach auch Pferdefleisch enthalten. Von dem möglichen neuen Pferdefleisch-Skandal in der Niederlanden könnte Deutschland in großem Ausmaß betroffen sein: Der verdächtige niederländische Schlachtbetrieb soll bundesweit 124 Betriebe beliefert haben, wie das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin mitteilte. Die Behörden überprüfen nun Händler, weiterverarbeitende Betriebe und Metzgereien.

tkr/DPA/AFP DPA

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