HOME

Plagiatsvorwürfe: Welchen Politikern der Doktortitel entzogen wurde

Nicht nur Annette Schavan wurde der Doktortitel aberkannt, auch andere Politiker sind beim Schummeln ihrer Doktorarbeit erwischt worden. Ungewöhnlich ist aber das lange Verfahren im Fall von Schavan.

Plagiatsvorwürfe haben schon manchen Politiker in Bedrängnis gebracht. Nicht immer dauerten die Verfahren so lang wie im Fall von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Ein Rückblick:

KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG (CSU):

Die Vorwürfe gegen den Bundesverteidigungsminister werden am 16. Februar 2011 öffentlich. Schon sieben Tage später entzieht ihm die Universität Bayreuth den Titel. Er hatte gravierende Fehler eingeräumt und selbst um die Aberkennung gebeten. Am 1. März tritt der Minister zurück.

SILVANA KOCH-MEHRIN (FDP):

Die Universität Heidelberg erfährt am 11. April 2011 von den Vorwürfen gegen die Europa-Politikerin. Am 15. Juni 2011 teilt die Uni mit, Teile der Doktorarbeit seien abgeschrieben. Koch-Mehrin müsse ihren Titel abgeben.

JORGO CHATZIMARKAKIS (FDP):

Kurz nach der ersten öffentlichen Kritik bittet der Europa-Politiker die Universität Bonn Mitte Mai 2011 um Überprüfung seiner Dissertation. Die Doktorwürde werde ihm aberkannt, erklärt die Uni am 13. Juli 2011.

MARGARITA MATHIOPOULOS (FDP):

Am 12. Juli 2011 kündigt die Universität Bonn nach neuerlichen Vorwürfen an, die Dissertation der FDP-Beraterin zu überprüfen. Die Arbeit war erstmals Anfang der 90er Jahre in die Kritik geraten. Am 18. April 2012 teilt die Uni mit, der Fakultätsrat habe den Entzug des Titels beschlossen.

ANNETTE SCHAVAN (CDU):

Nach anonymen Vorwürfen in einem Internet-Blog prüft die Universität Düsseldorf ab dem 2. Mai 2012 die Doktorarbeit der Ministerin. Am 5. Februar 2013 erkennt der zuständige Fakultätsrat der Uni Schavan den Doktortitel ab.

vale/DPA / DPA