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Polizeigewerkschaft: Deutschland ist "Eldorado" für Kriminelle

Mit harschen Worten prangert der Chef der Polizeigewerkschaft die Sicherheitslage in Deutschland an: Die Bundesrepublik habe sich zu einem Paradies für die Organisierte Kriminalität entwickelt, so Rainer Wendt. Selbst das Ausland sei über die Zustände entsetzt.

Angesichts des Lageberichts des Bundeskriminalamts (BKA) hat der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, Deutschland als Paradies für Kriminelle bezeichnet und mehr Mittel für die Polizei gefordert. "Deutschland ist Tummelplatz und Eldorado für kriminelle Banden und Organisationen, selbst unsere Partner in anderen europäischen Ländern schlagen nur noch die Hände über dem Kopf zusammen", sagte Wendt in Berlin. Dies sei die Folge jahrelangen Personalabbaus, drastischer Einsparungen bei der technischen Ausstattung und fehlender Gesetze.

BKA-Präsident Jörg Ziercke hatte am Mittwoch einen Bericht zur Organisierte Kriminalität in Deutschland vorgelegt. Insgesamt gab es in diesem Bereich im vergangenen Jahr 602 Verfahren. Die Beamten ermittelten gegen 10.356 Tatverdächtige. Trotz eines rückläufigen Trends blieben die Verfahrenszahlen auf hohem Niveau. Der ermittelte Schaden lag bei 457,5 Millionen Euro. Einen konstanten Anstieg verzeichnet die Statistik seit Jahren beim Besitz, der Beschaffung und der Verbreitung von Kinderpornografie, etwa über das Internet.

Wendt sprach sich unter anderem für den gezielten Einsatz verdeckter Ermittler, mehr Internet-Fahnder sowie die Einführung von Digitalfunk für die Polizei aus. Deutschland sei das letzte Land in Europa, dass diese Technologie noch nicht verwende. Er halte es für "genauso nachvollziehbar wie gefährlich, dass immer mehr Menschen darüber nachdenken, wie sie mit Hilfe privater Dienste ihre Sicherheitslage verbessern können". Dies könnten sich aber nur wenige Reiche leisten.

DPA / DPA