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Reaktionen auf Rede zur Deutschen Einheit: Muslime loben Wulff

Für seine Rede zum Jahrestag der Deutschen Einheit bekommt Bundespräsident Wulff viel Lob. Besonders seine konkreten Vorschläge zur Integration stoßen auf große Anerkennung.

Bundespräsident Christian Wulf hat mit seinem Bekenntnis zu "unverkrampftem Patriotismus" und zum Islam in Deutschland viel Beifall erhalten. "Wir sind ein Volk! Dieser Ruf der Einheit muss heute eine Einladung sein an alle, die hier leben", sagte Wulff bei der Feier der deutschen Einheit in Bremen. "Zementierung von Vorurteilen und Ausgrenzungen dürfen wir nicht zulassen." Er fuhr fort: "Wenn mir deutsche Musliminnen und Muslime schreiben: "Sie sind unser Präsident" - dann antworte ich aus vollem Herzen: Ja, natürlich bin ich Ihr Präsident!".

"Das hätten wir gerne schon früher aus Bellevue gehört", erklärte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Lobenswert seien Wulffs konkrete Vorschläge, in Bildung zu investieren, mehr Integrationskurse anzubieten und islamische Religion von in Deutschland ausgebildeten Imamen lehren zu lassen.

Muslime "keine Bürger zweiter Klasse"

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland begrüßte die Rede Wulffs ebenfalls. "Die Worte des Präsidenten sind ein klares, deutliches und wichtiges Signal für alle Muslime in Deutschland", sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der "Bild"-Zeitung. "Wulffs Rede war ein Zeichen, dass die Muslime keine Bürger zweiter Klasse sind." In der Vergangenheit seien die Fronten oft verhärtet gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem guten Auftrag "für uns, die heute Politik machen". Der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sah Wulffs Worte indes mehr an das konservative Spektrum gerichtet, das mit ein paar Grundwahrheiten konfrontiert worden sei.

Der frühere NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) lobte Wulffs Rede als "Meilenstein auf dem Weg zur Aufsteigerrepublik für alle unabhängig von der Herkunft der Eltern". Laschet sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag): "Wir brauchen eine neue deutsche Einheit, bei der Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte Ja sagen zu unserem Land." Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: "Es war eine sehr gute Rede zum 3. Oktober. Die Einheit ist erwachsen geworden."

DPA / DPA