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Reinhold Robbe: "Deutsche Soldaten können kämpfen"

Bald werden sich 200 deutsche Soldaten als schnelle Eingreiftruppe auf den Weg nach Afghanistan machen. In Café Einstein, dem neuen Web-TV-Format von stern.de sagt Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter des Bundestags, wie gefährlich der Einsatz am Hindukusch sein wird.

"Den Feind aufhalten und auf Soldaten warten." Der Auftrag der Bundeswehr zu Zeiten des Kalten Krieges an der innerdeutschen Grenze wurde nur allzu oft belächelt. Die Zeiten haben sich geändert. Schon in den 90er Jahren flog die deutsche Luftwaffe Kriegseinsätze über Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo. Seit Jahren stehen mehrere 1000 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

Ab Sommer soll nun ein gut 200 Mann starker Kampfverband hinzukommen, so Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Die Forderung der Alliierten nach deutscher Kampfunterstützung auch im Süden Afghanistans, lehnt er aber nach wie vor ab.

Zu recht, so der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), im stern.de-Interview. "Es gibt keine politische Mehrheit für ein stärkeres Engagement in Afghanistan." Diese Entscheidung habe aber nichts mit den Fähigkeiten der deutschen Soldaten zu tun. Die Bundeswehr sei sehr wohl auch für Kriegseinsätze zu gebrauchen, widerspricht Robbe anderslautenden Äußerungen. "Sie könnte sicher bestimmte Aufträge auch im Süden rein von ihren Möglichkeiten her übernehmen, sie könnte auch in bestimmten Segmenten Aufgaben übernehmen, die mit Kampf und hartem Einsatz verbunden sind."

Zweifelsohne ein gefährlicher Job, gibt auch der Wehrbeauftragte zu. Damit, dass deutsche Soldaten künftig fallen werden, müsse gerechnet werden. "Eine 100prozentige Sicherheit gibt es nicht, aber ich achte natürlich darauf, dass all das, was technisch machbar und möglich ist, auch tatsächlich bereit gestellt wird für die Soldaten." Doch gerade beim Material sieht Robbe die größten Probleme: die Bundeswehr sei "bereits jetzt schon an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen,so dass wir da gar nicht mehr machen können". Als Beispiele nennt er in erster Linie die fehlende Lufttransportkapazität, sprich Großraumflugzeuge zum Material- und Personaltransport sowie Hubschrauber.

lb