HOME
Meinung

ARD, ZDF und Co.: Schluss mit dem Gejammer! Warum ich gerne den Rundfunkbeitrag zahle

Immer wieder wird gegen den Rundfunkbeitrag geklagt. Immer wieder bestätigen Gerichte die Rechtmäßigkeit der Abgabe. Und das ist gut so. Die Öffentlich-Rechtlichen sind für unsere Demokratie essenziell wichtig.

Eine Hand hält eine Fernbedienung

Rundfunkbeitrag abschaffen? Ganz schlechte Idee, findet unser Autor.

Picture Alliance

Keine Frage: 17,50 Euro sind eine ganze Stange Geld. Erst recht, wenn man sie kontinuierlich jeden Monat zahlen muss. 210 Euro sind das pro Jahr, 8400 Euro summieren sich in 40 Jahren. Was hätte man doch Schönes mit der ganzen Kohle machen können? Mir zumindest fallen spontan jede Menge mehr oder minder sinnvolle Dinge ein, die ich mit so einem Haufen Geld anstellen könnte. Und trotzdem: Ich zahle unseren Rundfunkbeitrag liebend gerne. Trotz aller – teilweise berechtigter – Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen bin ich der Ansicht, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio für unsere Demokratie essenziell sind.

Warum wir unabhängige Medien mehr denn je brauchen

Das stärkste Argument für unser Rundfunksystem wird uns gerade tagtäglich vor Augen geführt: Populismus. In vielen Ländern der Erde sind Populisten aktuell im Aufwind. Allen voran Donald Trump, der keinen Hehl daraus macht, was er von den meisten Medien hält: nichts. Stichwort: Fake News. Ausgenommen der US-Privatsender Fox News, der nur zu gerne die Hofberichterstattung für das Weiße Haus übernimmt. Denn in der Traumwelt der Populisten berichten Medien natürlich nur das, was Politiker ihnen diktieren. Überall auf der Welt würden Politiker, Interessenverbände oder Lobbyisten TV-Sender, Onlinemedien und Radiosender so für ihre Zwecke instrumentalisieren. Falsche Behauptungen? Sei's drum. Wir verbreiten, was die Mächtigen sagen. Die EU-Mitglieder Polen und Ungarn machen gerade vor, was passiert, wenn Politiker unabhängige Medien in ihrer Arbeit einschränken und sich in die Berichterstattung einmischen.

Sowohl für unsere Demokratie als auch die politische und gesellschaftliche Debatte ist es absolut notwendig, dass wir Medien haben, die unabhängig, verlässlich und möglichst objektiv berichten. Das ist deshalb auch Teil des Bildungsauftrags der Öffentlich-Rechtlichen. Es ist gut, dass in den zahlreichen Talkrunden von ARD und ZDF verschiedenste politische und gesellschaftliche Akteure zu Wort kommen. Es ist ebenso wichtig, dass dort Rechtspopulisten mit Salafisten, Priester mit Homosexuellen oder Kommunisten mit Neoliberalen diskutieren. Ein Hoch auf die Vielfalt in unserer Gesellschaft. Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit. Ein Hoch auf die Sender, die diese jeden Tag für uns abbilden.

Vielfalt statt Einheitsbrei: Inhalte ohne Blick auf Quote 

Es steht außer Frage, dass auch öffentlich-rechtliche Sender den schwierigen Spagat zwischen Qualität und Quote machen müssen. Einerseits sollen sie hochwertige Inhalte mit hoher Qualität zeigen, andererseits sollen die Inhalte auch gesehen werden. Kein Journalist ist zufrieden, wenn er gute Inhalte produziert, die am Ende aber niemand sieht. Trotzdem haben ARD, ZDF und Co. die Möglichkeit, Inhalten Platz einzuräumen, die wichtig sind, aber nur wenig "Quote machen". Was wäre, wenn der freie Markt über Inhalte und Programm entscheiden würde? Wäre da noch Platz für gut recherchierte Politik-Dokus? Wo liefen die ganzen arte-Berichte über kaum bekannte Subkulturen? In einem freien Markt entscheidet fast einzig und allein die Quote – je mehr Zuschauer, Leser oder Klicks, desto höher die Werbeeinnahmen. Die programmatische Ausrichtung unterliegt wirtschaftlichen Interessen. Es geht um Profit, Profit und noch mehr Profit. Spaß, Sex oder Crime? Gerne, auch wenn eigentlich unwichtig. Was gut läuft, wird gesendet. Mut zu quotenschwachen Sendungen? Fehlanzeige.

Bitte nicht falsch verstehen: Auch Formate wie "Der Bachelor", "Das Dschungelcamp" oder "Germany's Next Topmodel" haben absolut ihre Daseinsberechtigung. Doch stellen Sie sich mal vor, wir hätten nur noch RTL, Pro7 und Sat.1. Um aus diesem Einheitsbrei auszubrechen, brauchen wir öffentlich-rechtliche Sender, die losgelöst vom Quotendruck produzieren können.

Ihr müsst jetzt ganz hart sein: Interessen sind nun mal verschieden

Doch gerade die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender sind eines der Hauptargumente gegen die Rundfunkgebühr. Wer braucht schon Champions-League-Übertragungen, Volksmusik im Musikantenstadl oder die 1000. Episode vom Traumschiff? Ja, die Kritik ist berechtigt – gerade weil die Kosten für viele Formate extrem hoch sind. Ginge es nach mir, würden sich ARD, ZDF und Co. noch stärker auf den Bildungsauftrag konzentrieren. Doch auch ich muss wohl oder übel akzeptieren, dass Interessen nun mal verschieden sind. Es gibt halt viele Millionen Menschen in diesem Land, die gerne Volksmusikfeste und "Rosamunde Pilcher" gucken. Man sollte nicht zu schnell von sich auf andere schließen. Ich zum Beispiel mag gerne Fußball – und würde liebend gerne ein paar Quiz-Formate gegen Sportübertragungen eintauschen. Doch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht mein privates Wunschkonzert, sondern er ist für alle da. Die Rundfunkanstalten probieren, ein möglichst umfassendes Angebot zu liefern – dazu gehören auch Unterhaltung, Comedy und Talkshows. Das ist im Rundfunkstaatsvertrag übrigens auch genau so verankert. Tagesschau, Börsen-News, Musiksendung, Quiz-Format oder Kabarett – alleine diese Auswahlmöglichkeit zu haben, ist ein hohes Gut.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist ein Gemeinschaftsgut

Zweiter großer Kritikpunkt: Ich gucke nicht, also zahle ich auch nicht. Klingt erstmal logisch. Warum sollte man für etwas bezahlen, was man überhaupt nicht nutzt? Denken wir das Argument bis zum Ende durch, entkräftet es sich schnell. Du bist Fahrradfahrer und besitzt kein Auto. Trotzdem zahlst du über deine Steuern für den Bau von Autobahnen. Du bist topfit und nie krank. Trotzdem finanzierst du mit deinen Krankenkassenbeiträgen die Behandlung von Notleidenden und Kranken. Das nennt man Solidaritätsprinzip.

Ähnlich ist es auch mit dem Rundfunkbeitrag. Die Abgabe erfolgt zum Erhalt und der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer Institution, die ohne die gemeinschaftliche Finanzierung nicht möglich wäre. Es ist ein Gemeinschaftsgut. Die gute Nachricht: Selbst, wenn man Rundfunkgebühr zahlt, muss man nicht ARD, ZDF und Co. gucken. Niemand zwingt einen dazu. Und noch eine Ergänzung: Ob man öffentlich-rechtliche Formate online oder linear im TV guckt, spielt meines Erachtens keine Rolle. Dem Rundfunkbeitrag ist es egal, wo wer einschaltet beziehungsweise klickt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Ich bin der Meinung, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk eines der höchsten Güter unserer Demokratie ist. Trotzdem sind die Öffentlich-Rechtlichen nicht perfekt. Ganz im Gegenteil: Sie sind sogar dringend reformbedürftig. Welche Inhalte brauchen wir wirklich? Und welchen Preis sollten die Sender dafür aufbringen? Wie kann der Einfluss aus der Politik auf die Sender reduziert werden? Wie viele zusätzliche Sender brauchen wir neben ARD, ZDF und Deutschlandfunk noch? All diese Fragen sind wichtig und sollten dringend geklärt werden. Doch viele machen den Fehler, das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und auch die Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag deshalb grundsätzlich infrage zu stellen.

Ich für meinen Teil zahle gerne die 17,50 Euro pro Monat.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.