VG-Wort Pixel

Corona-Maßnahmen Ministerpräsident Kretschmer will Beherbergungsverbot in Sachsen aussetzen

Michael Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): "Das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form ist nicht verhältnismäßig"
© Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/DPA
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist mit einigen Maßnahmen, die beim Corona-Gipfeltreffen von Bund und Ländern in Berlin beschlossen wurden, nicht einverstanden. Er kündigt an, für sein Bundesland andere Möglichkeiten zu schaffen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Vertagung einer Entscheidung zum Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten kritisiert. Für sein Bundesland wolle er das Verbot aussetzen, kündigte er gegenüber dem MDR an. Auch bei der Begrenzung von Teilnehmern bei privaten Feiern wolle man die Zahlen nicht so weit heruntersetzen wie gestern in Berlin beschlossen, so Kretschmer weiter. Dort gebe es zu große Unterschiede.

Kretschmer sagte am Mittwochabend vor dem Kanzleramt in Berlin nach Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "Das ist eine Enttäuschung. Das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form ist nicht verhältnismäßig. Es trifft so viele Menschen, die nichts mit dieser Krankheit zu tun haben, und deswegen wäre es besser gewesen, wenn es hier eine Verständigung gegeben hätte. Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können."

Sachsen: "Konsequent handeln, ohne Hysterie"

Die sächsische Staatsregierung werde am Donnerstag darüber beraten. "Wir werden auch jetzt noch vor den Ferien die Möglichkeit schaffen, dass die Sachsen in den Urlaub fahren können." Aber sie könnten eben nicht beispielsweise nach Mecklenburg-Vorpommern fahren, weil es dort eine "restriktive Regelung" gebe.

Kretschmer sagte: "Ich bin schon der Meinung, dass wir jetzt auch konsequent handeln müssen, ohne Hysterie. Aber gerade diese Maßnahme ist aus meiner Sicht zu rabiat. Sie trifft viel zu viele Menschen, die nichts mit dieser Krankheit zu tun haben."

Bund und Länder hatten bei ihren Corona-Beratungen im Kanzleramt keinen einheitlichen Kurs zu den Beherbergungsverboten für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten gefunden. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

tim DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker