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Präventionsprogramm für Jugendliche: NRW will Salafisten frühzeitig stoppen

NRW gilt als Hochburg radikaler Salafisten. Ein Präventionsprojekt soll verhindern, dass noch mehr junge Männer in die Fänge der Islamisten geraten. Doch derzeit werden nur zehn Jugendliche betreut.

Der salafistische Prediger Pierre Vogel betet in Hamburg auf einer Kundgebung mit rund 300 Anhängern auf dem Hachmannplatz. Er ist einer der einflussreichsten Personen der deutschen Salafistenszene.

Der salafistische Prediger Pierre Vogel betet in Hamburg auf einer Kundgebung mit rund 300 Anhängern auf dem Hachmannplatz. Er ist einer der einflussreichsten Personen der deutschen Salafistenszene.

Nordrhein-Westfalen will ein Präventionsprojekt ausweiten, das junge Leute vor einem Abrutschen in den Salafismus bewahren soll. Im kommenden Jahr soll es das Projekt "Wegweiser in NRW" auch in Köln, am Niederrhein sowie im Bergischen Land geben. Das sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Bochum.

Bei der Innenministerkonferenz im Dezember will Jäger bei seinen Kollegen für das Modell werben.

Seit April befindet sich unter anderem in einer interkulturellen Jugendhilfeeinrichtung in Bochum eine Beratungsstelle für junge Menschen, die Gefahr laufen, in die militante salafistische Szene zu geraten. Meist hätten sich bislang Angehörigen oder Lehrer ratsuchend an die Experten gewandt.

Die Einrichtung arbeitet seit Jahren mit Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen und habe ein gutes Netzwerk mit Behörden, Jugendzentren und Moscheegemeinden aufgebaut. Derzeit werden zehn Jugendliche intensiv von mehrsprachigen Mitarbeitern betreut. Der Informations- und Hilfsbedarf bei Lehrern und Eltern sei groß.

Der Opposition ist das Vorhaben zu wenig. Sie kritisiert es als aufgeblasenes Leuchtturmprojekt und fordert ein ausgereiftes Konzept.

ivi/DPA / DPA