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Politisches Engagement: Simone Thomalla entsetzt über Hass, der ihr nach Kampagne gegen Rechts entgegenschlägt

Schauspielerin Simone Thomalla hat sich mit politischen Äußerungen stets zurückgehalten. Bei einer Kampagne gegen Rechts machte sie nun aber mit – und wurde dafür erstmals mit dem geballten Hass der rechten Klientel konfrontiert.

Dieses Plakat gegen Rechts brachte Simone Thomalla viel Hass ein

Dieses Plakat gegen Rechts brachte Simone Thomalla viel Hass ein

Eigentlich ist Schauspielerin Simone Thomalla, bekannt als "Tatort"-Kommissarin, niemand, der sich in die politischen Entscheidungen anderer Leute einmischt. Aber wenn es um Rechtsradikale geht, hört bei der 54-Jährigen die Toleranz auf. Deshalb hatte sie sich sofort bereit erklärt, bei der Plakatkampagne "Gesicht zeigen!" mitzumachen, die vor den Wahlen in Sachsen und Brandenburg dazu aufruft, überhaupt wählen zu gehen und nicht bei den rechten Parteien seine Kreuze zu setzen.

Auf dem Plakat mit Thomalla ist zu lesen: "Wer nicht wählt, hat vielleicht bald keine Wahl mehr! Jede Stimme gegen Rechts zählt." Damit wird auf die historischen Fälle angespielt, in denen rechte Parteien nach der Machtübernahme schnell die Demokratie ausgehebelt und eine Diktatur eingeführt haben. Ein Statement, gegen das eigentlich niemand, der nicht mit rechten Parteien sympathisiert, etwas einwenden kann – sollte man meinen.

Die Schauspielerin wollte nie politisch sein

Doch nachdem die Schauspielerin das Plakat vor gut einer Woche auf ihrem Instagram-Account gepostet hatte, fluteten schnell Beleidigungen, Hass und Pöbeleien die Kommentare. Sie würde bestimmt in einer Gegend ohne ausländische Mitbürger und somit ohne Kriminalität (rechte Logik, keinesfalls unsere!) leben, wurde da geschrieben. Sie würde bei der Kampagne nur für Geld mitmachen oder weil sie ihre Quoten steigern wolle. Die bekannten Versuche rechter Trolle, ein Gefühl gesellschaftlicher Spaltung zwischen "denen da oben" und dem Rest der Bevölkerung zu erzielen.

Thomalla war entsetzt – sagt aber: "In mir hat mein Beitrag für 'Gesicht Zeigen!' tatsächlich auch sehr viel gerade gerückt, weil ich nicht dachte, dass es so schlimm in unserem Land aussieht." Sie hätte sich früher stets bemüht, ihre politischen Ansichten für sich zu behalten, um künstlerische Neutralität zu wahren. Jetzt glaube sie nicht mehr, dass das die richtige Einstellung sei.

Thomalla bereut die Teilnahme nicht

"Schlimm genug, keinen anderen Ausweg zu sehen, als rechts zu denken oder gar zu wählen", so Thomalla. Wenn die rechten Hasskommenatatoren allerdings denken, sie hätten die 54-Jährige eingeschüchtert und dazu gebracht, von nun an keine gesellschaftlichen Statements mehr abzugeben, haben sie sich getäuscht – Thomalla sagt deutlich, dass sie ihre Teilnahme an der Kampagne kein bisschen bereut.

Quelle: Simone Thomalla auf Instagram

wt