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Soldaten-Gedenken: Ehrenmal nun doch mit Opfer-Namen

Die getöteten deutschen Soldaten sollen im Herbst ein Ehrenmal bekommen. Und bislang wollte die Regierung auf die Auflistung der Opfer verzichten. Doch offenbar hat sie es sich nun anders überlegt, und plant die Namen elektronisch auf das Ehrenmal projizieren zu lassen.

Das geplante Ehrenmal für die im Auslandseinsatz umgekommenen Bundeswehr-Angehörigen soll nach einem Zeitungsbericht die Namen der Toten auflisten. Dabei sei daran gedacht, ihre Namen mit Hilfe elektronischer Technik zu übertragen, um frei zu haltenden Raum zu vermeiden, berichtet die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf Informationen aus Kreisen der Organisatoren des künstlerischen Gestaltungswettbewerbs.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) wolle den Entwurf für das Ehrenmal, das auf dem Gelände des Ministeriums im Berliner Bendlerblock errichtet werden solle, Mitte Juni zunächst dem Verteidigungsausschuss und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen. Die Grundsteinlegung solle noch in diesem Herbst erfolgen.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel wandte sich wie vor ihm schon andere FDP-Politiker gegen den Standort Verteidigungsministerium. "Ich will nicht, dass das versteckt im Bendlerblock steht", sagte er der "Märkischen Oderzeitung" und schlug stattdessen das Westportal des Reichstags vor.

Der Verteidigungsexperte der Grünen-Fraktion, Winfried Nachtwei, der wie die FDP einen Standort am Reichstag favorisiert, sagte der "Netzeitung", Jungs frühe Standortentscheidung sei "ausgesprochen unsensibel". Es gehe um eine "Frage öffentlicher Erinnerung", die mit einer breiten Debatte einhergehen müsse.

DPA / DPA