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SPD: Gerangel um die Ämter

Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel ist im Gespräch für ein Regierungsamt oder den stellvertretenden SPD-Parteivorsitz. Auch andere hochrangige Ämter werden nächste Woche vergeben.

Gabriel, der in der SPD als Anwärter auf den Posten des Generalsekretärs gehandelt wird und auf große Vorbehalte beim linken Parteiflügel stößt, solle nach dem Willen der SPD-Linken entweder mit einem Kabinettsposten in einer neuen Regierung oder mit einem Posten als Partei-Vize abgefunden werden, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab. Unter den Partei-Linken wird deren Sprecherin Andrea Nahles als künftige Generalsekretärin oder als neue stellvertretende SPD-Vorsitzende gehandelt.

Clement hat Rückzug angekündigt

Der 46-jährige Gabriel hat die Unterstützung der jungen, pragmatischen "Netzwerker". Diese sowie die Linken und die konservativen "Seeheimer" ringen traditionell um Einfluss und Posten in Partei, Bundestagsfraktion und Bundesregierung. Gabriel und Nahles sind in den neuen Bundestag eingezogen.

Die Parteiämter werden im November auf dem SPD-Parteitag in Karlsruhe vergeben. Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Clement hat seinen Rückzug aus der Parteispitze signalisiert. Ein Wechsel in anderen führenden Parteiämtern ist offen, weil die Planungen durch die vorgezogene Bundestagswahl durcheinander geraten sind. Es wird aber damit gerechnet, dass der bisherige Generalsekretär Klaus Uwe Benneter abgelöst wird. Parteichef Franz Müntefering hat seine erneute Kandidatur angekündigt. Mit seiner Wiederwahl wird in der Partei gerechnet.

Die 35-jährige Nahles ist in der Partei-Linken auch für die Führung der Parlamentarischen Linken in der Bundestagsfraktion im Gespräch. Der bisherige Sprecher Michael Müller stößt schon länger in den eigenen Reihen auf Kritik. Dem "Spiegel" zufolge soll in der kommenden Woche über den Posten entschieden werden.

Reuters