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SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrück wollte schon aufgeben

Es müssen dramatische Tage gewesen sein: Kurz vor der Niedersachsen-Wahl im Januar wollte SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hinschmeißen. Parteichef Gabriel musste mit Engelszungen auf ihn einreden.

Von Hans-Ulrich Jörges

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wollte nach Informationen des stern vor der niedersächsischen Landtagswahl am 20. Januar zurücktreten. Zwei Tage vor der Wahl gelang es jedoch dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel bei einem bis in die Nacht hinein andauernden Gespräch, Steinbrück im Amt zu halten.

Dennoch war Steinbrück laut stern zur Aufgabe der Kanzlerkandidatur entschlossen, falls die SPD bei der Landtagswahl unter 30 Prozent abgesunken wäre. Die Sozialdemokraten holten dann jedoch 32,6 Prozent und konnten eine rot-grüne Regierungskoalition bilden.

Kraft oder Steinmeier sollten einspringen

Gabriel hatte für den Fall eines Rücktritts von Steinbrück bereits den SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ultimativ aufgefordert, dass einer von ihnen als Kanzlerkandidat einspringen müsse. Für sich selbst schloss der Parteichef dies aus.

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  • Hans-Ulrich Jörges