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stern-Sorgenbarometer: Die Rückkehr der "German Angst"

Die Euro-Krise, die einbrechende Konjunktur und die Rentendebatte schlagen den Deutschen aufs Gemüt. Vor allem die Angst vor Arbeitslosigkeit steigt deutlich.

Von Doris Schneyink

Die wirtschaftlichen Ängste der Deutschen haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Das zeigt die neue Ausgabe des stern-Sorgenbarometers. Die fünf größten Ängste der Bürger sind danach: eine immens steigende Staatsverschuldung (65 Prozent), unsichere Renten (63 Prozent), überforderte Politiker (54 Prozent), steigende Preise (53 Prozent) sowie schlechtere Ausbildungschancen für die Kinder (50 Prozent). Am stärksten gewachsen ist die Sorge, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder steigen könnte. 42 Prozent der Befragten fürchten eine solche Entwicklung. Das sind sieben Prozent mehr als noch vor vier Monaten.

Noch Anfang des Jahres zeigten sich die Deutschen in Umfragen wesentlich optimistischer. Doch das Ringen um die Euro-Rettung, die von Ursula von der Leyen angeheizte Rentendebatte sowie die düster werdenden Konjunkturaussichten hinterlassen ihre Spuren im Gemüt der Menschen. Die "German Angst" ist mit Macht zurückgekehrt. Vor allem die Beunruhigung über die wachsenden Staatsschulden zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten.

Allerdings tut sich eine große Diskrepanz in der Einschätzung auf, betrachtet man die unterschiedlichen Bildungsgrade: 58 Prozent der Abiturienten und Akademiker fürchten die wachsende Verschuldung. Bei den Hauptschulabgängern sind es 85 Prozent. Letztere bangen auch am stärksten um ihre Rente: 72 Prozent der Menschen mit geringer Bildung haben das Vertrauen in die Sicherheit der Renten verloren. Deutliche Unterschiede in der Bewertung der Situation zeigen sich auch bei den Geschlechtern: Vor allem die unmittelbaren Auswirkungen auf die Familien wie steigende Lebenshaltungskosten (59 Prozent), Verlust des Arbeitsplatzes (51 Prozent) und eine mangelhafte Ausbildung der Kinder (59 Prozent) sind die großen Ängste der Frauen.

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