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stern-Umfragen Keinen Bock mehr auf Schwarz-Gelb


Sie nannten sich "Wunschpartner", aber harmonisch war es nie: Inzwischen sind 83 Prozent der Deutschen mit Schwarz-Gelb unzufrieden. Vor allem die FDP ist kaum noch zu retten.

Die Äußerungen von FDP-Parteichef Philipp Rösler zu einer möglichen Pleite Griechenlands schaden seiner Partei. Die Freidemokraten fallen wieder um einen Punkt auf 3 Prozent zurück. Im stern-RTL-Wahltrend können allein die Grünen Zugewinne verzeichnen und kommen auf 20 Prozent, ein Plus von einem Punkt im Vergleich zur Vorwoche.

Die SPD verliert einen Punkt und liegt bei 28 Prozent. Keine Veränderung zeigt sich bei der Union, die auf 31 Prozent kommt, sowie bei den Linken, die 9 Prozent erreicht.

Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 34 Prozent jetzt 14 Prozentpunkte hinter einem grün-roten Bündnis, das gemeinsam auf 48 Prozent kommt.

FDP kaum noch zu retten

Forsa-Chef Manfred Güllner ist der Ansicht, dass die FDP nur noch schwer zu retten sei. Dem stern sagte er: "Der Wechsel an der Parteispitze hat nichts gebracht, wie jetzt auch die Berlin-Wahl zeigt. Nur einer von 100 Wahlberechtigten hat FDP gewählt." Der Europaskeptische Kurs von Rösler sei aber nicht allein schuld am schlechten Abschneiden der Freidemokraten. "2009 hat der Mittelstand FDP gewählt, weil er sich Bürokratieabbau versprach", sagt Güllner. "Aber die Partei hat da nichts getan."

Vor diesem Hintergrund glaubt lediglich gut die Hälfte (54 Prozent) der Bundesbürger, dass die Regierungskoalition von Union und FDP die 24 Monate bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 hält. Sogar bei den eigenen Anhängern ist die Skepsis groß: 33 Prozent der Unionswähler fürchten ein vorzeitiges Aus, bei der FDP sind es 37 Prozent.

83 Prozent unzufrieden mit der Regierung

Noch desaströser sieht es mit der Zusammenarbeit der Koalitionspartner aus: 83 Prozent der Bundesbürger sind unzufrieden, wie eine stern-Umfrage ergeben hat.

Die Frustration ist selbst unter den Anhängern der CDU/CSU und der FDP groß. Lediglich bei 17 Prozent der Unionswähler findet die Teamarbeit der Regierungskoalition Beifall, unter den FDP-Anhängern sogar nur bei elf Prozent.

Mehrheit wünscht Neuwahlen

Auch die Streitigkeiten der in der Koalition über die Sicherung der Euro-Stabilität und die Wirtschaftspolitik schlagen sich in schlechten Werten nieder. Zwei Drittel der Befragten sind mit den Leistungen auf diesen beiden Feldern unzufrieden. Könnten die Deutschen der Regierung Schulnoten vergeben, bekäme sie im Durchschnitt nur ein "ausreichend" (3,9).

Sollte es zu einem Bruch der schwarz-gelben Koalition kommen, wünschen sich 70 Prozent der Bundesbürger Neuwahlen. Für einen Wechsel des Koalitionspartners votieren in diesem Fall nur 24 Prozent.

mw/cts/lk

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