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Streit um Lampedusa-Flüchtlinge: Nackte Femen-Aktivistinnen attackieren Olaf Scholz

In der hitzigen Debatte um den Umgang mit den rund 300 afrikanischen Flüchtlingen aus Lampedusa in Hamburg ziehen nun auch die Femen-Aktivistinnen blank - direkt vor Bürgermeister Olaf Scholz.

"Stop rasism" und "Right to stay" steht auf den nackten Oberkörpern der Femen-Aktivistinnen

"Stop rasism" und "Right to stay" steht auf den nackten Oberkörpern der Femen-Aktivistinnen

Femen-Aktivistinnen haben am Dienstagabend in Hamburg wieder mit einer Protestaktion auf sich aufmerksam gemacht. Zwei Frauen stürmten eine Bürgersprechstunde von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), um gegen die Flüchtlingspolitik des Hamburger Senats zu demonstrieren. Die Aktion wurde in einem Video festgehalten, das bei Youtube zu sehen ist.

Wie bei anderen Aktionen der Femen-Gruppe vermitteln Schriftzüge auf den nackten Oberkörpern ihre Botschaft. "Stop Racism", "Right to stay" oder "Lampedusa is everywhere" steht auf Rücken und Brust geschrieben. Sicherheitskräfte führten die Aktivistinnen ab.

Wie NDR.de berichtet, protestierten gleichzeitig 400 bis 500 Menschen friedlich gegen die Politik der SPD vor dem Veranstaltungsort. Sie blockierten mit Fahrrädern eine Kreuzung unter dem Motto "Kein Mensch ist illegal".

Neue Taktik: Racial Profiling

Die überwiegend westafrikanischen Flüchtlinge, für deren Bleiberecht seit Monaten in der Hansestadt protestiert wird, kamen über Libyen nach Lampedusa. In Italien wurden sie mit Reisepapieren ausgestattet und gen Norden geschickt. Rund 300 von ihnen landeten so in Hamburg und hoffen geschlossen auf ein Bleiberecht. Der SPD-Senat unter Bürgermeister Scholz aber bleibt hart.

"Noch so schwierige Einzelschicksale berechtigen nicht dazu, nationale und europarechtliche Regeln zu ignorieren und zu unterlaufen", betont Innensenator Neumann im Einklang mit CDU und FDP. Das Ausländer- und Asylrecht sieht vor, dass jeder Flüchtling einzeln vorstellig wird und seine Identität und Herkunft offenlegt.

Seit März sind die Flüchtlinge in Hamburg, und der Streit um ihr Schicksal spitzt sich zu. Rund drei Wochen nach der Bundestagswahl begann die Polizei damit, gezielt Afrikaner zu überprüfen, ob sie illegal in Deutschland sind. Er habe jetzt handeln müssen, verteidigt Neumann sein Vorgehen. Unterstützer kritisieren das Vorgehen als rassistisch und gehen mittlerweile zu Tausenden gegen den Senat auf die Straße.

Andra Wöllert mit DPA

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