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Stuttgart 21: Rummel um schlüpfrigen T-Shirt-Spruch

Bizzare Posse im Streit um das Stuttgarter Bahnhofsprojekt "S21": DGB und Landesfrauenrat empören sich über ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Tu IHN unten rein" von S21-Befürwortern. Die Aufregung hat sogar die Stuttgarter Landesregierung erreicht.

Im Streit um den Stuttgarter Bahnhof haben sich Gegner und Befürworter schon so manches (Wort-) Gefecht geliefert, aber dieses hier erreicht ohne Zweifel eine neue Dimension: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Landesfrauenrat haben sich über den Verkauf eines vermeintlich sexistischen T-Shirts auf einer Pro-Stuttgart-21-Kundgebung beschwert. Denn das Kleidungsstück, so die Argumentation, zeige die Silhouette einer Frau in aufreizender Pose mit der Aufschrift "Oben ohne - tu IHN unten rein" - und stelle damit einen Angriff auf die Würde der Frau dar, hieß es in einem offenen Brief an Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU).

In dem Schreiben werden Mappus und auch Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) dazu aufgefordert, "sich umgehend von diesen sexistischen und diffamierenden Formen der politischen Auseinandersetzung zu distanzieren und bei den Verantwortlichen der Gruppe der Befürworter auf die Rücknahme dieser unsäglichen Exponate einzuwirken".

Der Sprecher der Interessengemeinschaft "Bürger für Stuttgart 21", Gerald Holler, sagte: "Wir distanzieren uns davon", obgleich er darauf hinwies, dass das T-Shirt nicht von der Organisation verkauft worden sei. Vielmehr habe es lediglich in einem Pavillon gehangen, nachdem es den Befürwortern als Werbeartikel zugeschickt worden sei.

Es sei nicht mehr nachvollziehbar, wer das Kleidungsstück geschickt habe, sagte Holler. Und schließlich sei das umstrittene Shirt auch nie offiziell freigegeben und mittlerweile vernichtet worden.

DAPD/nik / dapd
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