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Subventionen: Deutsche für Subventionsabbau - aber nicht bei sich

Deutsche für Subventionsabbau - aber nicht bei sich selbst

Hamburg - Der von der Bundesregierung geplante Abbau von Subventionen und Steuervergünstigungen wird von der Mehrheit der Bundesbürger begrüßt. Dies geht aus einer Forsa-Umfrage für den stern hervor. Allerdings sind lediglich 29 Prozent der Deutschen "grundsätzlich" für eine Streichung der Vergünstigungen. 53 Prozent der Bürger würden einen Subventionsabbau nur begrüßen, wenn im Gegenzug die Steuern gesenkt würden. Gar nicht einverstanden mit den Plänen der Regierung sind 13 Prozent der Deutschen. Mit "weiß nicht" antworteten fünf Prozent.

Auf die Frage, welche Subventionen am ehesten abgeschafft oder gekürzt werden könnten, nannten 60 Prozent in der stern-Umfrage an erster Stelle die Steuerfreiheit von Aktiengewinnen. 53 Prozent gaben an, man könne am ehesten die Zuschüsse für Steinkohle streichen. Für eine Änderung bei der Steuerbefreiung auf Flugbenzin sprachen sich 51 Prozent der Bundesbürger aus. Auf wenig Zuspruch würden Streichungen bei der Arbeitnehmer-Sparzulage (25 Prozent), der Eigenheimzulage (24 Prozent) oder bei der Pendlerpauschale (23 Prozent) stoßen.

Die Bereitschaft, auf staatliche Subventionen ganz oder teilweise zu verzichten, ist bei den Betroffenen allerdings gering ausgeprägt. So erklärten 80 Prozent der Nachtarbeiter in der stern-Umfrage, sie wären nicht bereit, auf die Steuerbefreiung bei den Zuschlägen zu verzichten. Auch Häuslebauer (75 Prozent), Pendler (69 Prozent), Existenzgründer (66 Prozent) und Landwirte (64 Prozent) lehnen mehrheitlich eine Kürzung ihrer jeweiligen Vergünstigungen ab. Am ehesten wären mit 49 Prozent noch die Aktionäre bereit, ganz oder teilweise auf die Steuerbefreiung von Aktiengewinnen zu verzichten.

Ein Subventionsabbau nach dem Rasenmäherprinzip wird von den Deutschen abgelehnt. 71 Prozent meinten, dass der Staat Ausnahmen zulassen sollte. 19 Prozent sprachen sich für eine pauschale Kürzung aller Vergünstigungen um zehn Prozent aus. Nur fünf Prozent sind der Ansicht, dass alle Subventionen ersatzlos gestrichen werden sollten.

Datenbasis: 1010 Befragte vom 23. bis 25. September. Zusätzlich kontaktiert: 3474 Empfänger von Subventionen und Steuervergünstigungen. Quelle: Forsa.