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TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT: Brandenburger Tor wieder hüllenlos

Als Höhepunkt der Feiern zum Tag der Deutschen Einheit ist am Donnerstagabend in Berlin das Brandenburger Tor nach zweijähriger Sanierung enthüllt worden.

Als Höhepunkt der Feiern zum Tag der Deutschen Einheit ist am Donnerstagabend in Berlin das Brandenburger Tor nach zweijähriger Sanierung enthüllt worden. Das Symbol der Deutschen Einheit wurde vor einer jubelnden Menge in einer spektakulären Aktion von seiner Verhüllung befreit. Rund um das Bauwerk hatten den ganzen Tag über bei Volksfeststimmung rund eine Million Berliner und Gäste den 12. Jahrestag der Deutschen Einheit gefeiert. Nach einer Open-Air- Party konnten seit Mitternacht auch die Bürger durch das Tor schlendern. Der Modeschöpfer Willy Bogner landete mit einen Ballon auf der Spitze des Tores und seilte sich dann an einem riesigen Reißverschluss ab, der den Blick auf das Wahrzeichen Berlins wieder frei gab. An dem Fest auf dem Pariser Platz nahmen neben Bundespräsident Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton teil.

Clinton sprach Deutsch

Clinton würdigte die deutsch-amerikanische Freundschaft als festes Band. Der Mauerfall sei der Beweis dafür, dass Menschlichkeit siege, sagte er unter dem Beifall der Hunderttausenden. »Das Tor war ein Symbol der Teilung. Heute ist es ein echtes Symbol der Einheit«, sagte er auf Deutsch. »Möge das immer so bleiben.« Bewegt nahm Clinton einen Stein des Tores entgegen, der bei der Sanierung ausgetauscht worden war. Er war der erste US-Präsident, der nach dem Mauerfall 1994 das Tor von West nach Ost durchschritten hatte. Clinton wollte an diesem Freitag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundespräsident Johannes Rau und Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl zusammentreffen. Bei einem Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt hatte Rau den USA demonstrativ für ihre Verdienste um die Wiedervereinigung gedankt. Rau und Bundesratspräsident Klaus Wowereit (SPD) appellierten zugleich an die Deutschen in Ost und West, auch zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung weiter aufeinander zuzugehen und dabei die Unterschiede zu respektieren. Die zentralen Feiern zum 3. Oktober wurden erstmals seit 1990 in der einstigen Mauerstadt Berlin ausgerichtet.

»Der Anfang gemeinsamer Geschichte«

Unter Hinweis auf die unterschiedlichen Entwicklungen durch die Jahre der Trennung erklärte Rau: »Mit dem richtig gemeinten Wort von der «inneren Einheit» darf kein falsches, unerreichbares Ideal aufgestellt werden.« Die »innere Einheit« zwischen Mecklenburgern und Rheinländern werde vermutlich nie größer sein als die innere Einheit zwischen Franken und Westfalen je gewesen ist. Spätestens seit der Flutkatastrophe im Sommer habe sich gezeigt: »Wir sind ein Volk, wir gehören zusammen, wir können uns aufeinander verlassen. Solche gemeinsamen Erfahrungen, das ist der Anfang von gemeinsamer Geschichte.«