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Terror-Video: Islamisten drohen Deutschland erneut

Es ist die dritte Terrorbotschaft gegen Deutschland binnen weniger Tage: Vermummte Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union drohen in einem weiteren Video mit Anschlägen. Erneut spricht einer der Islamisten Deutsch - und erwähnt im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg explizit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Nach ARD-Informationen gibt es ein neues Video der Islamischen Dschihad-Union (IJU), in dem Vermummte mit Anschlägen gegen Deutschland drohen. Einer der Männer spreche in der letzten Passage des Videos Deutsch, berichtete das ARD-Hauptstadtstudio am Dienstag. Er drohe mit den Worten: "In diesem Jahr haben wir ein paar Überraschungspakete an die Besatzungsmächte vorbereitet. Denn der Verbündete der Besatzungsmächte muss immer mit unseren Angriffen rechnen."

Ein Sprecher des Bundeskriminalamts in Wiesbaden bestätigte, dass ein solches Video derzeit ausgewertet werde. Darin werde auch der Name von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnt. Zu weiteren Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Eine Stellungnahme der Bundesanwaltschaft gab es zunächst nicht.

Die ARD berichtete, das Video sei wahrscheinlich während des Gaza-Krieges entstanden. Die Drohbotschaft beziehe sich auf den Konflikt. Es seien unter anderem tote Kinder und Verletzte zu sehen. Die Vermummten wendeten sich dabei auch ganz konkret an die Bundesregierung: "Seit über zehn Tagen schaut die Welt zu, wie im Gaza-Streifen (...) die Muslime massakriert, ermordet werden (...) Wo ist die USA? Wo bleibt Frau Merkel und ihr Kabinett?" Auf dem Video seien sechs Vermummte zu sehen. Sie säßen nebeneinander, seien mit Maschinengewehren bewaffnet und trügen nach eigenen Angaben US-Uniformen.

Drohbotschaften waren zuletzt am Wochenende und eine Woche zuvor aufgetaucht. Allerdings gab es bei dem zuletzt veröffentlichten Video Zweifel an der Echtheit. Experten seien zu dem Schluss gekommen, "dass keine Veränderung der Gefährdungslage in Deutschland besteht", hatte Berlins Innensenator Ehrhart Körting am Samstag gesagt. Die Sicherheitsbehörden sehen dennoch keinen Grund zur Entwarnung: Laut einem Terrorismus-Experten ist die Gefahr islamistischer Anschläge vor der Bundestagswahl im Herbst besonders hoch.

DPA/AP / AP / DPA