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Grünen-Kandidatin Gegen "heuchlerische Schein-Toleranz": Sitzt Trans-Frau Tessa Ganserer bald im Bundestag?

Sehen Sie im Video: Trans-Frau Tessa Ganserer will im Herbst in den Bundestag einziehen.




Gestatten, ihr Name ist Tessa Ganserer und die Trans-Frau ist Mitglied der Grünen in Bayern. Sie will im Herbst in den Bundestag einziehen. In ihrem Wahlkreis Nürnberg-Nord errang sie Platz 13 auf der grünen Landesliste und sie kandidiert darüber hinaus für ein Direktmandat. Und falls sie ein Bundestagsmandat erringen sollten, dann will sie die bestehenden Regelungen gehörig aufmischen: "Seit sechs Jahren fordert sogar der Europarat die Mitgliedsländer auf, einfache, unbürokratische und auf dem Selbstbestimmungsrecht transgeschlechtlicher Menschen ruhende Verfahren zur amtlichen Personenstandsänderung ohne Zwangsbegutachtung einzuführen. Geschehen ist bis heute in Deutschland nichts, und das ist für mich der Grund, warum ich für den Deutschen Bundestag kandidiere, damit dort, wo über das entwürdigende Transsexuellengesetz abgestimmt wird, endlich auch transgeschlechtliche Menschen ihre Stimme erheben können." Die 44-jährige Ganserer hat trotz der langjährigen Erfahrung als Trans-Person immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Als sie sich 2019 outete, schlugen ihr sowohl Wohlwollen als auch Hass entgegen, berichtet sie. "Es hat mich richtig erschüttert, wie viel Hass mir in den Social-Media-Kanälen entgegenschlägt, aber es ist definitiv so, dass die positiven Meldungen um ein Vielfaches mehr sind. Und selbst wenn auf 100 Hass-Nachrichten nur eine positive kommen würde, würde die alles überwiegen. Denn unsere Liebe ist viel größer als denen ihr Hass." Und kommt die Sprache auf die Konservativen, da nimmt Ganserer kein Blatt vor den Mund: "Und ich fand es persönlich wirklich eine verlogene Heuchlerei, was gerade von Konservativen betrieben worden ist, dass sie sich mit der Regenbogenfahne schmücken, obwohl sie vorher in Berlin gegen jede Initiative für die gleichen Rechte von queeren Menschen gestimmt haben. Das ist einfach nur verlogen, und so eine heuchlerische Scheintoleranz können sich die Leute am besten in die Haare schmieren." Ganserer hieß früher mit Vornamen Markus. Sie hatte eine Ausbildung als Forstwirt absolviert und Anfang 2019 bekannt gegeben, künftig als Frau unter dem Vornamen Tessa zu leben. Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, hatte Ganserers Identitätswechsel anerkannt und erklärt, Ganserer als Frau zu behandeln. Aigner bat auch ihre Abgeordneten-Kollegen, Ganserer als Frau anzusprechen. Und nun hofft Tessa Ganserer, dass sie nach der Bundestagswahl ihren angestammten Platz im Bayerischen Landtag gegen einen Platz im Deutschen Bundestag eintauschen darf.
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In ihrem Wahlkreis Nürnberg-Nord steht Tessa Ganserer auf Platz 13  der grünen Landesliste. Die Trans-Frau kandidiert für den Bundestag – und will sich vor allem für das Selbstbestimmungsrecht transgeschlechtlicher Menschen starkmachen.

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