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Teure Energiewende: Ökostrom-Umlage steigt um 50 Prozent

Jetzt ist es amtlich: Die Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarere Energien steigt 2013 von 3,6 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Auf die Verbraucher kommen erhebliche Mehrkosten zu.

Die Förderung des grünen Stroms kommt dem Verbraucher teuer zu stehen: Die Ökostrom-Umlage wird zum Jahreswechsel auf 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen. Das wurde der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Regierungskreisen auf Anfrage bestätigt. Offiziell soll die Zahl am kommenden Montag bekanntgegeben werden. Die Umlage steigt von bisher 3,59 Cent, weil immer mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne produziert wird. Der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Mit der EEG-Umlage werden die Kosten für die staatliche Förderung der erneuerbaren Energien auf die Stromkunden verteilt. Für einen Vierpersonenhaushalt würde das Mehrkosten von 50 Euro pro Jahr bedeuten.

Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Kreise der Bundesnetzagentur meldete, droht für 2014 sogar ein Plus auf rund sieben Cent je Kilowattstunde. Damit könnte sich die Umlage innerhalb von zwei Jahren verdoppeln. Grund sei der anhaltend hohe Zubau von Anlagen für erneuerbare Energien.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring übte Kritik an Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). "Strom zu sparen ist gut, die Kosten zu dämpfen, ist besser", sagte Döring mit Blick auf die von Altmaier gestartete Stromspar-Initiative der "Bild". Damit Strom bezahlbar bleibe, seien Sofortmaßnahmen nötig. Unter anderem sollten Mehreinnahmen bei der Mehrwertsteuer durch den Anstieg der EEG-Umlage zur Senkung der Stromsteuer genutzt werden.

Studie: Ökostrom-Umlage könnte gesenkt werden

Eine Berechnung des "Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft" (FÖS) im Auftrag von Greenpeace kommt derweil zu dem Ergebnis, dass die Verbraucher bei der Förderung erneuerbarer Energien deutlich entlastet werden und die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage bei 2,2 statt derzeit 3,59 Cent je Kilowattstunde liegen könnte. Voraussetzung wäre aber, Sonnen- und Windstrom von der Energiesteuer zu befreien und die Rabatte für die Industrie zu begrenzen. Derzeit beteilige sich die Industrie nur zu 0,3 Prozent an den Kosten der Förderung für erneuerbare Energien.

kmi/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters