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Thüringen: Tausende bei Demonstrationen gegen Rechtsextreme

In Jena und anderen Städten Thüringens sind Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straßen gegangen. Eine rechte Demo fiel dagegen deutlich kleiner aus als erwartet.

Linke Demonstranten blockieren in Jena mit einer Sitzblockade die Straße

Linke Demonstranten blockieren in Jena mit einer Sitzblockade die Straße

Mehrere tausend Menschen sind in Thüringen gegen Aufmärsche von Rechtsextremen auf die Straße gegangen. Die größte Demonstration gab es am Samstag in Jena. Dort setzten nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden fünf Polizisten leicht verletzt, die Polizei sprach von einer aggressiven Stimmung. In Nordhausen demonstrierten laut Polizei 150 Menschen. In Rudolstadt waren es am Tag zuvor 200. 

In Jena gab es laut Polizei etliche Flaschen- und Steinwürfe gegen die Polizei. Außerdem seien Beamte beleidigt und bespuckt worden. Unbekannte warfen die Scheiben eines Einsatzfahrzeugs ein. Ein weiteres wurde mit einer Mülltonne beschädigt, ein anderes zerkratzt. Die Polizei stellte mehrere Anzeigen. Dennoch sei das Ziel, beide Seiten voneinander zu trennen und damit Ausschreitungen zu verhindern, unterm Strich aufgegangen.

"Jena bleibt tolerant"

Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, seine Stadt habe sich als wehrhafte Demokratie erwiesen. "Jena bleibt eine tolerante und weltoffene Stadt und wird Neonazis auch weiterhin keinen Raum geben." Als Erfolg wertete er, dass von den ursprünglich drei geplanten Kundgebungen der Rechtsextremen nur eine stattgefunden habe. Sie hätten lediglich 20 Minuten marschieren können, erklärte Schröter.

Die Polizei zählte bei dem rechten Aufmarsch 150 Teilnehmer und damit deutlich weniger als erwartet. Mehrere hundert Beamte waren im Einsatz. Zu den Gegendemonstrationen hatten unter anderem Parteien, der Stadtrat und Verbände aufgerufen.