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Überraschung im Buback-Prozess: Frühere RAF-Terroristin Becker will aussagen

Wer erschoss Siegfried Buback? Darüber wird seit September 2010 vor Gericht verhandelt. Überraschend will nun die Hauptangeklagte, Verena Becker, nach beharrlichem Schweigen aussagen.

Eine überraschende Wende zeichnet sich im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Stuttgart ab. Ihr Verteidiger Walter Venedey kündigte an, dass Becker am 14. Mai sowohl eine rund 15 Minuten lange Erklärung vortragen, als auch sich selbst zu dem Vorwurf der Beteiligung an dem Mordanschlag auf Siegfried Buback äußern wird. Das gab ein Sprecher des Oberlandesgerichts am Donnerstag vor Gericht bekannt.

Seit Auftakt des Prozesses am 30. September 2010 hatte Becker zu diesen Vorwürfen geschwiegen. Sie werde sich aber nun "umfassend zur Sache äußern", so der zweite Verteidiger von Becker, Hans Wolfgang Euler. „Sie wird sich nicht verstecken."

Becker muss sich in Stuttgart wegen Mittäterschaft bei dem RAF-Anschlag verantworten, bei dem am 7. April 1977 in Karlsruhe der frühere Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine beiden Begleiter getötet worden waren. Die 59-Jährige soll eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung für das Attentat sowie bei der Organisation gespielt haben.

Bei dem Anschlag waren die Schüsse vom Beifahrersitz eines Motorrads abgegeben worden. Das Motorrad mit zwei vermummten RAF-Terroristen hatte neben Bubacks Dienstwagen gestoppt, als dieser in Karlsruhe vor einer Ampel hielt. Der Sohn des Ermordeten und Nebenkläger im Prozess, Michael Buback, ist überzeugt, dass Becker selbst die Todesschützin gewesen ist. Dafür gibt es allerdings bislang noch keine belastenden Anhaltspunkte.

vg/DPA/AFP / DPA