HOME

Umfrage-Tief: 21 Prozent - SPD rauscht in den Keller

Die SPD und ihr Chef Kurt Beck sinken in der Wählergunst immer tiefer: Im neuesten ZDF-Politbarometer erreichen die Sozialdemokraten bei der aktuellen Stimmungslage nur noch 21 Prozent - den schlechtesten Wert seit Bestehen der Großen Koalition. Und Beck wollen gerade einmal 15 Prozent der Wähler als Kanzlerkandidaten sehen.

Die SPD steht in der politischen Stimmung so schlecht da wie noch nie seit Beginn der Großen Koalition. Sie erreicht nur noch eine Zustimmung von 21 Prozent, ein Absturz um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu Anfang Mai, wie das neueste ZDF-Politbarometer ergab. Und auch Parteichef Kurt Beck ist angeschlagen: Nur noch 15 Prozent der Wähler und 20 Prozent der SPD-Anhänger als Kanzlerkandidaten. Und auch bei der Glaubwürdigkeit der Sozialdemkokraten sieht es schlecht aus: Lediglich 8 Prozent halten die SPD für glaubwürdig, gerade mal 33 Prozent schreiben ihr noch die Eigenschaft "sozial" zu.

Bei der politischen Stimmung verliert die SPD laut Politbarometer seit Anfang Mai sieben Punkte, während alle anderen Parteien unverändert bleiben oder zulegen: Die Union bleibt bei 42 Prozent, FDP und Grüne legen um jeweils zwei Punkte auf 9 beziehungsweise 11 Prozent zu und die Linke um einen Punkt auf 12 Prozent. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, wären die Verluste für die SPD nicht ganz so groß: Sie käme auf 25 Prozent (minus 2 Punkte), während die Union mit unverändert 40 Prozent rechnen könnte. Die FDP würden 9 Prozent wählen (plus 1), die Linke weiterhin 11 Prozent und die Grünen 10 Prozent (plus 1).

Schlechte Noten für Bundesregierung

Doch die gesamte Große Koalition kommt beim Wähler schlecht weg: Der ZDF-Umfrage zufolge glaubt nur eine Minderheit von 14 Prozent, dass die Koalition bei der Lösung der anstehenden Probleme derzeit vorankommt, für 83 Prozent herrscht eher Stillstand. In dieser Meinung sind sich parteiübergreifend alle Wähler tendenziell einig. Zudem haben beide Koalitionspartner seit Regierungsbeginn an Glaubwürdigkeit verloren: Im November 2005 schrieben 26 Prozent diese Eigenschaft am ehesten der Union zu und 15 Prozent der SPD. Jetzt halten 20 Prozent die Union am ehesten für glaubwürdig und nur noch 8 Prozent die SPD - 41 Prozent halten dagegen keine Partei für glaubwürdig.

Dazu passt, dass 60 Prozent nicht an die SPD-Aussage glauben, nach der nächsten Bundestagswahl auf keinen Fall mit der Linken zu koalieren - im April gingen nur 49 Prozent davon aus, dass die SPD ihre Ankündigung nicht einhalten werde.

Auch bei der K-Frage sieht es laut Politbarometer für die SPD derzeit nicht gut aus. Während nur noch 15 Prozent Parteichef Beck als Kanzlerkandidaten wollen, sprechen sich für Außenminister Frank-Walter Steinmeier auch nur 37 Prozent aus. 30 Prozent wollen "jemand anderen". Selbst bei den SPD-Anhängern votieren nur 20 Prozent für Beck und 46 Prozent für den Außenminister.

Große Mehrheit für Köhler

Bei der Bundespräsidentenwahl kommen die Sozialdemokraten ebenfalls auf keinen grünen Zweig: Eine Mehrheit von 73 Prozent spricht sich der Umfrage zufolge für den von der Union vorgeschlagenen Amtsinhaber Horst Köhler aus, nur 12 Prozent favorisierten die SPD-Kandidatin Gesine Schwan. Auch unter den SPD-Anhängern liegt Köhler mit 71 Prozent deutlich vor Schwan mit 15 Prozent.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt weiter Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Durchschnittswert von 1,7 an, womit sie sich gegenüber Anfang Mai (2,1) etwas verschlechterte. Auf Platz zwei liegt Außenminister Steinmeier mit 1,4 (1,7). Schlusslichter sind Beck mit minus 0,6 (minus 0,4) sowie die Linke-Politiker Gregor Gysi mit minus 0,9 (minus 0,7) und neu auf Platz zehn Oskar Lafontaine mit minus 1,4.

AP/AP

Kommentare (0)