Union-Schattenkabinett CSU dementiert angebliche Entscheidung Stoibers


Eine Zeitung hat berichtet, dass CSU-Chef Edmund Stoiber sich entschieden habe, im Falle eines Union-Wahlsiegs in Merkels Regierung zu wechseln und das Außenministerium zu übernehmen. Nun kommt das Dementi der Christsozialen.

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber will angeblich Außenminister in einer unionsgeführten Bundesregierung werden. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" soll sich der bayerische Ministerpräsident inzwischen für einen Wechsel ins Bundeskabinett entschieden haben, wenn es nach der Neuwahl im Herbst zu einer unionsgeführten Bundesregierung komme.

Ein CSU-Sprecher wies den Bericht auf Anfrage zurück und sagte, ob der Parteichef eine unionsgeführte Bundesregierung von München oder Berlin aus unterstützen werde, stehe jetzt nicht zur Entscheidung. Bislang hatte Stoiber immer betont, er werde erst nach der Wahl über seine politische Zukunft entscheiden.

Außenminister und CSU-Chef

In dem Zeitungsbericht heißt es jetzt unter Berufung auf Informationen aus der Unionsspitze, er habe Kanzlerkandidatin Angela Merkel versprochen, in eine von ihr geführte Bundesregierung zu wechseln. Stoiber wolle das Außenministerium übernehmen und gleichzeitig CSU-Chef bleiben. In diesem Fall wären schwierige Koalitionsverhandlungen mit der FDP zu erwarten, deren Fraktionschef Wolfgang Gerhardt bislang als sicherer Anwärter für eine Nachfolge von Außenminister Joschka Fischer galt.

"Bild am Sonntag" zufolge will die CSU insgesamt vier Ministerien in einer unionsgeführten Bundesregierung für sich beanspruchen. Als neuester Name sei der des bayerischen Wissenschaftsministers und früheren CSU-Generalsekretärs Thomas Goppel als neuer Bundesumweltminister ins Gespräch gekommen. Schließlich habe Goppel bereits einmal in der bayerischen Landesregierung die Position des Umweltministers bekleidet, heißt es dazu.

Seehofer will nicht noch einmal Gesundheitsminister werden

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende und ehemalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer sei dagegen am Arbeitsministerium interessiert. Ein Wechsel ins Bundeskabinett komme für den bayerischen Landesvorsitzenden des Sozialverbands VdK aber nur in Frage, wenn die neue Regierung einen sozialverträglichen Kurs einschlage. Gesundheitsminister wolle Seehofer, der das Unionsmodell einer einheitlichen Kopfprämie für alle Versicherten ablehnt, nicht noch einmal werden.

AP AP

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