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Von der Leyens Vermittlungsoffensive: Knochenarbeit Hartz IV

Mit einer groß angelegten Vermittlungsoffensive will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Jugendliche, alleinerziehende Mütter und ältere Arbeitslose aus der Abhängigkeit vom Hartz-IV-Bezug holen.

Mit einer großangelegten Vermittlungsoffensive will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Hunderttausende von alleinerziehenden Müttern, Jugendlichen und älteren Arbeitslosen aus Hartz IV holen. "Ich bin entschlossen, nach den Hartz-Reformen jetzt an die Knochenarbeit zu gehen", wird die CDU-Politikerin in der Tageszeitung "Die Welt" zitiert. "Jetzt werfen wir den Blick auf die Gruppen, die vom letzten Aufschwung vor der Krise nicht profitiert haben", sagte sie weiter.

Den 600.000 alleinerziehenden Müttern, die Hartz IV erhalten, sollen nach ihren Worten die Jobcenter helfen, die Kinderbetreuung zu organisieren. Jugendliche sollten binnen sechs Wochen ein Angebot ihres Jobcenters erhalten. "Keine Seite darf sich an die Arbeitslosigkeit gewöhnen - nicht die Jugendlichen und auch nicht die Behörde", erklärte die Ministerin. Außerdem soll jeder Jugendliche einen "Coach" bekommen, der ihm beim Übergang zwischen Schule und Beruf hilft.

Auch die 1,2 Millionen Hartz-IV-Empfänger über 50 Jahre rücken in den Fokus der Ministerin. "Wir haben immer noch das Bild, wer über 50 Jahre ist, gehöre zum alten Eisen", sagte sie. Doch jeder werde gebraucht. Am Ende eines langen Berufslebens, wenn erfolglos versucht worden sei zu qualifizieren und zu integrieren, komme auch eine öffentliche Beschäftigung nach dem Vorbild der Bürgerarbeit für die Älteren in Betracht.

Von der Leyen verteidigte die beschlossene Verlängerung der Kurzarbeiter-Förderung. "Wenn wir die Kurzarbeit nicht gehabt hätten, hätten wir heute 300.000 Arbeitslose mehr", sagte sie. Viele Betriebe, die durch die Krise ausgezehrt seien, müssten dann wertvolle Facharbeiter entlassen, bevor der nächste Auftrag komme. Es wäre falsch, den Betrieben "die Brücke abzureißen, bevor das Ufer in Sicht ist", betonte von der Leyen.

APN/DPA / DPA