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Denkbare Machtübergabe: Bei Merkel-Rückzug: SPD-Politiker würden Kramp-Karrenbauer nicht zur Kanzlerin wählen

Spekulationen, dass Angela Merkel ihre Kanzlerschaft vorzeitig an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer übergeben könnte, halten sich. Der Koalitionspartner SPD wäre dafür allerdings nicht zu haben.

Kanzlerwechsel zwischen Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer? SPD sagt Nein

Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit ihrer möglichen Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer: Vorzeitiger Übergabe der Macht würde SPD nicht zustimmen.

DPA

Für den Fall eines vorzeitigen Rückzugs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) während dieser Legislaturperiode haben mehrere SPD-Politiker ausgeschlossen, dass die Sozialdemokraten CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Bundestag mit zur neuen Kanzlerin wählen würden. "Wenn Frau Merkel versuchen sollte, ihre Kanzlerschaft an Frau Kamp-Karrenbauer zu übergeben, gäbe es sofort Neuwahlen", sagte der Chef des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, dem "Spiegel". Der Bundestagsabgeordnete betonte: "Das wird niemand in der SPD mitmachen, allein wir Seeheimer würden Amok laufen."

Juso-Chef Kevin Kühnert, der selbst nicht im Bundestag sitzt, sagte: "Würde Merkel abtreten, wäre das quasi die Aufkündigung der Geschäftsgrundlage dieser Regierung. Wir könnten eine solche Machtübergabe definitiv nicht mitmachen."

SPD-NRW-Chef: "Koalitionsvertrag mit Frau Merkel"

Der nordrhein-westfälische SPD-Landeschef Sebastian Hartmann sagte, man habe "einen Koalitionsvertrag mit Frau Merkel als Kanzlerin unterzeichnet". Die Sozialdemokraten würden "sicher nichts unternehmen, um die Führungskrise der CDU zu befrieden. Schon gar nicht werden wir ihr bei irgendeiner Erneuerung helfen. Da sollten wir als SPD die Nerven bewahren". Auch Hartmann sitzt nicht selbst im Bundestag.

Im politischen Berlin gibt es immer wieder Spekulationen, Merkel könne das Kanzleramt womöglich noch vor dem Ablauf der Legislaturperiode im Jahr 2021 an Kramp-Karrenbauer übergeben, um dieser für den dann anstehenden Bundestagswahlkampf eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen. Dafür müsste die Saarländerin im Bundestag allerdings mit einer absoluten Mehrheit zur neuen Kanzlerin gewählt werden. Merkel selbst hatte angekündigt, für die nächste Legislaturperiode nicht erneut antreten zu wollen.

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dho / DPA