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Wirbel um Hotelrechnung: Sylt-Urlaub bringt Wulff wieder in Erklärungsnot

Seine Verbindungen zu reichen Freunden lassen Bundespräsident Christian Wulff nicht zur Ruhe kommen. Nun rückt ein gemeinsamer Sylt-Urlaub mit dem Unternehmer David Groenewold in den Fokus.

Das Privatleben von Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau Bettina sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll der Unternehmer David Groenewold einen gemeinsamen Hotelaufenthalt mit den Wulffs gebucht und bezahlt haben. Das Ehepaar hatte Ende 2007 laut "Bild"-Informationen im "Hotel Stadt Hamburg" auf Sylt übernachtet, den Preis für die Suite in Höhe von 258 Euro pro Nacht habe der befreundete Berliner Filmfonds-Manager vorab bezahlt.

Vor rund drei Wochen soll Groenewold in dem Hotel angerufen haben und Geheimhaltung verlangt haben. "Bild" bezieht sich auf eine Telefonnotiz, dernach die Mitarbeiter angehalten wurden, keine Informationen über den Aufenthalt herauszugeben. Ein Hotelmanager soll Groenewold wenige Tage nach seinem Anruf Anreiselisten, Meldescheine und Verzehrquittungen ausgehändigt haben.

Wulff soll ausgelegte Kosten in bar bezahlt haben

Der Rechtsanwalt des Bundespräsidenten, Gernot Lehr, teilte mit, Wulff habe die ausgelegten Kosten für die Übernachtungen bei seinem Freund in bar beglichen, und zwar noch während des Auscheckens. Zudem handele es sich um einen längst bekannten Sachverhalt. Die Details des Hotel-Aufenthalts habe man bereits am 23. Januar dieses Jahres gegenüber dem NDR bekanntgegeben, der sie drei Tage später veröffentlich habe.

Der "Bild" sagte Lehr, auch bei einer weiteren Sylt-Reise, die Groenewold für das befreundete Ehepaar gebucht und bezahlt hatte, habe der Bundespräsident bar bezahlt.

Die Turbulenzen erscheinen deshalb pikant, da Groenewold bereits durch ein Upgrade, das er für einen Aufenthalt von Wulff im Hotel "Bayerischer Hof" in München bezahlt haben soll, in die Schlagzeilen geraten war. Damals soll Groenewold die Kosten für ein Kindermädchen vorgestreckt haben und Wulff habe die Summe in bar bezahlt.

Millionenbürgschaft für Medienunternehmer?

Groenewold hatte im Jahr 2007 eine Filmfirma in Niedersachsen gegründet und bekam dafür eine Millionen-Bürgschaft des Landes zugesagt. Diese sei, so Wulff-Anwalt Lehr, aber nie zum Tragen gekommen, weil das Filmprojekt nicht realisiert worden sei.

Die niedersächsische Regierung hat mittlerweile die ersten Unterlagen des ehemaligen Sprechers von Bundespräsident Wulff, Olaf Glaeseker, an die Staatsanwaltschaft Hannover übergeben. Die Behörde ermittelt im Zusammenhang mit dem Nord-Süd-Dialog wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen den langjährigen Vertrauten Wulffs.

joe/iml/AFP / AFP