Wulff gegen Gauck Die Kandidaten vor der Präsidenten-Wahl


Vor der Wahl des Bundespräsidenten sind die schwarz-gelben Wahlmänner aufgerufen, sich geschlossen hinter Christian Wulff zu stellen.

Vor der Wahl des Bundespräsidenten hat der stellvertretende CSU-Chef Peter Ramsauer die schwarz-gelben Wahlmänner aufgerufen, sich geschlossen hinter Christian Wulff zu stellen und ihn bereits im ersten Wahlgang zu wählen. "Die Wahlmänner und -frauen von CDU, CSU und FDP müssen wissen, worum es geht", wird er im Magazin "Focus" zitiert. "Die Bundespräsidentenwahl ist kein geeigneter Gegenstand zum Zündeln, das verbietet schon der Respekt vor dem Amt."

Der Bundesverkehrsminister betonte, die CSU stehe zur Koalition, doch diese brauche mehr Disziplin. "Schwarz-Gelb war aus guten Gründen unser erklärtes Ziel. Wir sitzen mit den Liberalen sehr gerne am Kabinettstisch", sagte Ramsauer. Schwarz-Gelb habe zwar eine komfortable Mehrheit im Bundestag, aber "das verführt leider manchmal zu Disziplinlosigkeit".

Derweil haben die beiden Bewerber für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck und Christian Wulff, ein vertrauliches Gespräch geführt. Gauck, den SPD und Grüne nominiert haben, sagte der "Bild am Sonntag", er habe sich kürzlich "unter vier Augen" mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten getroffen. Er habe ihn als angenehm erlebt und halte ihn für einen geeigneten Bundespräsidenten. "Er ist auf seine Weise geeignet, wie ich auf meine Weise geeignet bin", sagte Gauck.

Der Kandidat von Union und FDP für das Bundespräsidentenamt, Christian Wulff, hat die "freie und geheime Wahl" betont. "Jeder muss seine und jede muss ihre Stimmabgabe mit sich ausmachen", sagte der 51-Jährige der "Welt am Sonntag". Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, betonte, dass es zumindest formal keinen Fraktionszwang gebe. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte die Kandidatur Wulffs. Er tritt am 30. Juni gegen den Bewerber von SPD und Grünen an, Joachim Gauck.

Auf die Wahlmänner, die das Regierungslager stelle, werde keinerlei Druck ausgeübt, sagte Wulff. Die Parteispitzen von Union und FDP "trennen die Präsidentenwahl strikt von anderen politischen Fragen. Das Junktim zwischen Präsidentenwahl und Bestand der schwarz-gelben Koalition ist eher eine Spekulation in der Öffentlichkeit".

Merkel sagte auf einer Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin, die schwarz-gelbe Koalition habe sich für Wulff ausgesprochen, weil es in der jetzigen Zeit wichtig sei, jemanden als Präsidenten zu haben, der politische Erfahrung habe und aus der Mitte der Parteien komme. Er werde eine andere Art der Amtsführung haben allein aufgrund seines Alters. Zugleich erklärte sie, dass sie auch den rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck schätze.

APN APN

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