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Wulffs auf Mallorca: Urlaub bei Freunden

Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Sommerurlaub auf Mallorca verbracht - offenbar im Luxusdomizil des Unternehmers Carsten Maschmeyer, einem engen Freund des Staatsoberhauptes. Es war nicht die erste Urlaubsreise Wulffs mit fadem Beigeschmack.

Millionen Deutsche verbringen jedes Jahr ihren Urlaub auf Mallorca. Auch Bundespräsident Christian Wulff hat sich in diesem Sommer auf der spanischen Mittelmeerinsel erholt. Aber nicht irgendwo, sondern offenbar auf dem Anwesen von Unternehmer Carsten Maschmeyer, einem engen Freund Wulffs. Er sei mit seiner Frau Bettina und dem gemeinsamen Sohn Linus Florian in der von der Öffentlichkeit weitgehend abgeschotteten Villa "Paradise Castle" nahe dem Hafenort Port d'Andratx gewesen, berichteten mehrere Medien.

Der Sprecher des Bundespräsidialamts bestätigte den Mallorca-Aufenthalt des Staatsoberhauptes: "Der Bundespräsident hat ein Appartement in Port d'Andratx angemietet", sagte Olaf Glaeseker am Donnerstag auf Anfrage. Ob es zum Domizil Maschmeyers gehört, wollte er indes nicht preisgeben.

Maschmeyer ist Gründer und war langjähriger Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters AWD, dessen Firmensitz in Hannover liegt. In Wulffs Zeit als Ministerpräsident Niedersachsens trafen sich beide regelmäßig in einem Kreis von Politikern, Managern und Prominenz in Hannover. Bettina Wulff versteht sich ebenfalls blendend mit der Schauspielerin Veronica Ferres, der Lebensgefährtin Maschmeyers.

Präsidialamt: Alles privat bezahlt

Hat sich der Bundespräsident von seinem alten Freund einladen lassen? Nein, heißt es aus dem Präsidialamt. Wulff habe seinen Urlaub privat bezahlt, betonte Glaesker. Laut "Spiegel online" für die geplanten elf Tage auf Deutschlands Lieblingsinsel im Mittelmeer 5000 Euro. Zudem sei er mit einem Charterflug geflogen, obwohl ihm auch ein Flug mit der Flugbereitschaft zugestanden habe, sagte Wulffs Sprecher Glaeseker. Wegen der Ereignisse auf der Duisburger Loveparade sei das Staatsoberhaupt nach gut einer Woche am Montag vorzeitig wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Es ist nicht die erste Urlaubsreise von Wulff mit Geschmäckle: So musste der CDU-Politiker laut "Süddeutscher Zeitung" erst vor wenigen Monaten einräumen, bei einem Privat-Trip in die USA ein sogenanntes kostenloses Upgrade akzeptiert zu haben. Dieses hatte ihm ermöglicht, statt in der Tourist Class in der Business Class zu fliegen. Der Chef der Airline hatte dieses Bonbon nach einem Gespräch mit Wulffs Ehefrau veranlasst. Wulff selbst sprach später von einem Fehler und bezahlte den Differenzbetrag von 3056 Euro.

joe/DPA / DPA