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Zahlen der Arbeitslosen sinkt: 2012 weniger als zwei Millionen ohne Beschäftigung?

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober unter die Drei-Millionen-Grenze gesunken - Experten halten es für möglich, dass sie schon 2012 unter die Marke von zwei Millionen fällt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland könnte einem Experten zufolge schon 2012 unter die Marke von zwei Millionen sinken. "Wenn der Abbau der Arbeitslosigkeit sich in diesem Tempo fortsetzt, könnte die nächste Millionenmarke schon im Oktober oder November 2012 geknackt sein", sagte Hilmar Schneider, Arbeitsmarktdirektor am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn, der Tageszeitung "Die Welt" vom Donnerstag. Die Hartz-IV-Reform habe eine positive Wirkung, die sie vor allem bei Arbeitslosen, die gerade ihre Stelle verloren hätten, entfalte. Diese Menschen machten Zugeständnisse, um wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen, "auch wenn er etwas schlechter bezahlt ist als der alte", sagte Schneider.

Auch der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, hielt in einem Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag weniger als zwei Millionen Arbeitslose für möglich. "Die Zwei-Millionen-Marke, also etwa fünf Prozent Arbeitslosenquote, sind erreichbar", sagte er der Zeitung. Dabei mache sich auch der demografische Wandel bemerkbar. "Wir sind in einem Markt, in dem zusehends nicht mehr Mangel an Arbeit herrscht, sondern an Arbeitskräften", sagte Hüther. Zwar versuche Deutschland bereits, die Zahl der Erwerbstätigen auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu steigern. Notwendig sei aber auch "qualifizierte Zuwanderung".

Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) muss der Bund bereits in diesem Jahr weniger Geld als geplant an die Bundesagentur für Arbeit (BA) überweisen. Einer Berechnung der Forscher für das "Handelsblatt" vom Donnerstag zufolge sei im laufenden Jahr ein Bundeszuschuss von 5,2 Milliarden Euro nötig. "Insgesamt wird das BA-Defizit 8,1 Milliarden Euro betragen", sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss der Zeitung. Davon könne die BA 2,9 Milliarden Euro aus eigenen Rücklagen finanzieren. Für das kommende Jahr sei bei der BA ein Haushaltsloch von etwa vier Milliarden Euro zu erwarten, ein Jahr später könnten es noch 2,5 bis drei Milliarden Euro sein, erklärte Boss.

AFP / AFP