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Zentralrat der Juden: Möglichst keine deutschen Truppen in Nahost

Die UN will eine internationale Friedenstruppe entsenden, um den Libanon zu befrieden. Sollten sich auch deutsche Soldaten an der Truppe beteiligen? Der Zentralrat der Juden hofft, dass diese Entscheidung nie ernsthaft zur Debatte steht.

Der Zentralrat der Juden hat sich skeptisch zu einer deutschen Beteiligung an einer möglichen Nahost-Friedenstruppe ausgesprochen. Generalsekretär Stephan Kramer sagte im RBB-Inforadio, angesichts der nationalsozialistischen Geschichte halte er es für problematisch, deutsche Soldaten in die Region zu entsenden. Kramer verwies auf die in Israel lebenden Holocaust-Überlebenden. "Ich weiß nicht, wie die es finden würden, wenn nun deutsche Truppen gegen einen sein Land verteidigenden israelischen Soldaten vorgehen müssten." Er wünsche sich, dass es nie zu einer solchen Situation kommen werde.

Kramer unterstrich, die Entscheidung über einen Einsatz liege in der Hand der Bundesregierung. Auch er sei der Ansicht von Verteidigungsminister Jung, dass sich die Deutschen einer etwaigen Bitte der Konfliktparteien nach einer Beteiligung an einer Friedenstruppe nicht entziehen könnten: "Aber das entbindet ja nicht davon, weiter zu denken. Man sollte sich diese Frage stellen - und ich hoffe, dass wir darauf keine Antwort geben müssen, weil die Bundeswehr überhaupt nicht in eine solche Lage kommt."

Waffenstillstand durch Friedenstruppe

Die internationale Staatengemeinschaft erwägt nach Vorschlag von UN-Generalsekretär Kofi Annan die Bildung einer Truppe, um einen Waffenstillstand zwischen Israel und der im nördlichen Nachbarland operierenden Hisbollah-Miliz abzusichern. Israel greift seit zwei Wochen massiv Ziele im Libanon an - als Reaktion auf Raketenangriffe der die Hisbollah und die Entführung von zwei Soldaten.

Reuters/AP / AP / Reuters