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Zuwanderung von ausländischen Fachkräften: Blaue Karte für Deutschland

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, hat der Bundestag die Einführung einer "Blauen Karte" beschlossen. Mit ihr können besonders qualifizierte Ausländer in Deutschland arbeiten.

Ingenieure, Ärzte oder Software-Entwickler aus Ländern außerhalb der EU sollen künftig einfacher nach Deutschland einwandern können. Der Bundestag beschloss am Freitag, die sogenannte "Blaue Karte" einzuführen: Mit ihr können Ausländer hierzulande arbeiten, wenn sie ein Mindestgehalt von 44.800 Euro im Jahr und einen Hochschulabschluss oder mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen können. In Berufen mit besonderem Fachkräfte-Mangel reicht auch ein Einkommen von 34.944 Euro im Jahr.

Ausländischen Studenten, die in Deutschland einen Abschluss machen, soll die Suche nach einem Arbeitsplatz erleichtert werden. Sie haben künftig nicht mehr zwölf, sondern 18 Monate Zeit, sich eine Stelle zu suchen. Währenddessen dürfen sie schon unbeschränkt arbeiten. Besitzer einer "Blauen Karte" können sich in der Regel nach drei Jahren, bei guten Sprachkenntnissen auch schon nach zwei Jahren dauerhaft in Deutschland niederlassen.

Der Bundesbeirat für Integration forderte am Freitag zudem eine "überzeugende Willkommensbotschaft und Akzeptanzkultur", um ausländische Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft an Deutschland zu binden. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) etwa sagte, bei der Integration ausländischer Fachkräfte müsse "von Anfang an" auch an die Familienangehörigen gedacht und Hilfen angeboten werden. Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), schlug "Welcomecenter" zumindest in den Ballungszentren, Patenschaften und Mentorenprogramme für ausländische Fachkräfte vor.

Ohne Zuwanderung werde die Wirtschaft ärmer, warnte Alt. Im internationalen Wettbewerb um kluge Köpfe sei Deutschland dabei, Boden zu verlieren. "Wir brauchen in der Welt etwas mehr Lust auf Deutschland."

fro/AFP / AFP
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