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Große Koalition: Wer zu Zwangsprostituierten geht, macht sich künftig strafbar

Wie die geplante Regelung in der Praxis umgesetzt werden wird, ist noch unklar, aber sicher ist: Freier von Zwangsprostituierten werden künftig bestraft - das will die Große Koalition beschließen.

Freier sollen künftig bestraft werden, wenn sie wissentlich die Lage von Zwangsprostituierten ausnutzen. Darauf haben sich Union und SPD nach Informationen des "Kölner Stadtanzeigers" geeinigt. Das Strafmaß sei noch unklar, das Bundesjustizministerium werde nun einen entsprechenden Straftatbestand erarbeiten, berichtet die Zeitung.

Die Freierbestrafung war bis zuletzt umstritten in der großen Koalition. Für die Union zählte die Verschärfung zu den Kernforderungen bei der Reform des Prostitutionsgesetzes. Die SPD hatte sie als kontraproduktiv abgelehnt. Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) war lange Zeit skeptisch.

Menschenhandel "austrocknen"

Unionsfraktionsvize Thomas Strobl zeigte sich zufrieden mit der Einigung. "Mit der Bestrafung von Freiern von Zwangsprostituierten werden wir den Menschenhandel zumindest teilweise "austrocknen", können. Unsere Rechtsordnung muss klar und deutlich machen: Ein solches Verhalten geht gar nicht", sagte der CDU-Politiker dem Blatt.

Die SPD hatte argumentiert, dass Experten von Polizei, Justiz und Frauenberatungsstellen eine Bestrafung von Freiern ablehnen, da diese wichtige Partner bei der Bekämpfung von Zwangsprostitution sein könnten. Strobl erklärte dazu: "Hilft der Freier der Zwangsprostituierten und erstattet Anzeige, wird er nicht bestraft."

nik/DPA / DPA
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