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Zwickauer Rechtsextremisten: Bundesanwaltschaft kennt Neonazi-Trio seit 13 Jahren

Das Zwickauer Neonazi-Trio ist den Behörden offenbar schon seit Ende der 90er-Jahre bekannt. Damals seien sie wegen Sprengstoffbesitzes aufgefallen, heißt es in einem Medienbericht. Und: Hinweise auf ihren Aufenthaltsort gibt es seit 2002 wieder.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat sich einem Medienbericht zufolge bereits im Jahr 1998 mit dem Zwickauer Neonazi-Trio befasst. Die Bundesanwaltschaft sei eingeschaltet worden, nachdem Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos mit Sprengstoff erwischt worden seien, berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Sie berief sich auf Angaben, die nach einer Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag gemachte wurden.

Damals habe dann aber die Thüringer Justiz den Fall weiter bearbeitet, weil die Gruppe nicht als terroristische Vereinigung eingestuft worden sei. Die drei Neonazis waren im Januar 1998 untergetaucht, nachdem die Polizei in Jena eine Bombenwerkstatt der Rechtsextremen ausgehoben hatte.

Laut des Thüringer Generalstaatsanwalts Hartmut Reibold habe es März 2002 weitere Hinweise auf den Aufenthaltsort des gesuchten Terror-Trios in Chemnitz gegeben. Das gehe aus einem Aktenvermerk hervor, sagte Reibold in Erfurt. Er habe aber keine Kenntnis, wie die Polizei in Thüringen oder Sachsen weiter vorgegangen sei. "Das war Aufgabe der Polizei."

Für die Staatsanwaltschaft sei mit der Ausschreibung des Haftbefehls alles getan gewesen. Es habe mehrmals Hinweise gegeben, dass sich Zielfahnder den mutmaßlichen Terroristen "ganz nahe fühlten". Die Staatsanwaltschaft habe aber definitiv nicht gewusst, wo sie sich befanden.

nik/DPA/AFP / DPA