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1800: Zeittafel

400 Die Burgunder wandern unter Gundahar (Gunter) in das Neckar-Rhein-Taunus-Gebiet ein und begründen 13 Jahre später ein Reich mit der Hauptstadt Worms. Sie steht im Mittelpunkt des Nibelungenliedes.

405 Die Ostgoten fallen mit anderen Germanenstämmen in Italien ein. Florenz wird belagert, der Ostgoten-Führer Radagais feiert seinen Triumph. Kurz danach trifft er bei Fiesole auf Stilicho, den römischen Feldherrn. Radagais und seine Germanen werden vernichtet.

406 Die Römer behalten nur kurz die Oberhand. Europa ist eine einzige Völkerwanderung, und die Grenze am Rhein ist Gefahr: Um Italien zu verteidigen, mussten die Römer ihre Truppen vom Rhein abziehen. Vandalen, Quaden, Serben, Alanen, Burgunder und Franken unterwerfen Gallien. Den Römern bleibt nur der vollständige Rückzug. Sie geben die Rheingrenze auf.

407 Zur Abwehr der Germanenüberfälle werden auch die letzten römischen Truppen aus Britannien abgezogen. Die britannischen Provinzen sind dem Ansturm der Pikten, Skoten und Sachsen ausgesetzt

410 Die Westgoten unter ihrem Führer Alarich plündern Rom. Der Fall Roms löst in Italien eine moralische Krise aus, die Augustinus zur Niederschrift seiner Geschichtstheologie »Über den Gottesstaat« veranlasst. Sie wird zum Grundlagenwerk über das Verhältnis von Kirche und Staat im Mittelalter. Aurelius bettet die Weltgeschichte in die Heilsgeschichte ein, wertet Geschichte als Kampf der Gottes- und Erdenbürger und fordert die Unterwerfung des Weltlichen unter das Göttliche.

418 Die Westgoten gründen ihr eigenes Reich. Tolosa (Tolouse) in Aquitanien ist die Hauptstadt. Die Westgoten bekommen vom römischen Provinzialadel zwei Drittel des Landes als steuerfreies Eigentum. Um den Grenzschutz müssen sie sich selbst kümmern.

429 Auch die Vandalen suchen sich einen Platz für eine feste Bleibe und werden in Afrika fündig. Geiserich gründet das Vandalenreich.

431 Die Kirche streitet sich über Grundsatzfragen: Bischof Nestorios sah die beiden Naturen in Christus als unverbunden an und betrachtete Maria, die Mutter der menschlichen Natur Christi, nicht als Gottesgebärerin sondern als Christusgebärerin. Auf dem Konzil von Ephesos wird seine Lehre verboten. Der Bischof muss seinen Hut nehmen.

436 Der römische Feldherr Aetius zerschlägt das Burgunderreich um Worms und Mainz. An seiner Seite kämpfen die Hunnen.

443 Die Burgunder bekommen doch noch ihr eigenes Reich: Zum Schutz der Grenzen und der Alpenpässe vom Rhein bis zum Rhonetal siedelt Aetius die Burgunder am Genfer See an.

451 Aetius hält weiter die Fäden in der Hand. Auf den Katalaunischen Feldern besiegt der Römer den Hunnen-König Attila. Attila muss sich wieder aus Gallien zurückziehen. Die Niederlage war für ihn bitter, aber führte zu keinen großen Verlusten. Nur ein Jahr später fällt Attila in Oberitalien ein und erobert fast komplett die Po-Ebene. Die Bewohner von Aquileja fliehen auf die Inseln der Lagunen und gründen eine neue Stadt: Venedig.

453 Attila stirbt, ausgerechnet in der Hochzeitnacht mit einem neuen Mädchen. Bei der Feier hat sich der Hunnenkönig zu sehr verausgabt. Er stirbt an einem Bluterguss.

454 Die Hunnen überleben ihren großen Führer nur um ein Jahr. Die germanischen Gepiden unter Arderich besiegen die Söhne Attilas und werden als römische Verbündete in Pannonien angesiedelt. Als Schlacht an der Nedao geht der Tag des Untergangs der Hunnen in die Geschichtsbücher ein.

455 Rom wird wiederholt geplündert. Diesmal sind die Vandalen die Übeltäter, ihr Anführer heißt Geiserich.

476 Das geschwächte Rom hält den Einfällen der Germanen nicht mehr stand. Odoaker, eigentlich weströmischer Heerführer der germanischen Hilfstruppen, wechselt die Seiten. Er stellt sich an die Spitze germanischer Söldner und jagt den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus vom Throne. Der Germane ernennt sich zum König Italiens und bekommt Unterstützung aus dem Osten. Kaiser Zenon von Byzanz erkennt die erste Reichsgründung der Barbaren in Italien an - und besiegelt damit das Ende des Weströmischen Reiches.

493 Hinterlist bestimmt die Politik in Italien: Odoaker schließt einen Vertrag mit Theoderich dem Großen, dem König der Ostgoten. Die Vereinbarung sieht eine gemeinsame Herrschaft über Italien vor, doch kurz nach dem Handschlag erschlägt der Ostgote den italienischen König. Es gibt neue Herrscher in Italien: Theoderich gründet das Ostgotenreich mit der Hauptstadt Ravenna.

497 Byzanz gibt grünes Licht: Theoderich der Große wird als König von Italien anerkannt.