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Erfurter Hof: Wo das Ende der Eiszeit begann

Der Tag ging in die Geschichte ein: als erstes Treffen eines Regierungschefs der BRD mit einem aus der DDR. Als sich Willy Brandt und Willi Stoph 1970 in Erfurt trafen, jubelten tausende Bürger - ein Schock für die SED-Spitze.

"Willy, Willy" - so tönt es am 19. März 1970 in Sprechchören auf dem Erfurter Bahnhofsplatz. Tausende DDR-Bürger jubeln, als sich Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und DDR-Ministerpräsident Willi Stoph am Hotel "Erfurter Hof" treffen. Damit keine Missverständnisse aufkommen, ergänzt die Menge: "Willy Brandt ans Fenster". Brandts Auftritt dauert nur Sekunden. Der Tag geht in die Geschichte ein - es ist das erste Treffen eines Regierungschefs der Bundesrepublik mit einem DDR-Ministerpräsidenten. Damit wird auch der Name des Hotels berühmt.

Kehrseite des historischen Ereignisses

"Damals wurden etliche Menschen verhaftet", erinnert sich der heute 53 Jahre alte Wolfang Hase, seinerzeit Fotograf, an die Kehrseite des historischen Ereignisses. Die Sicherheitskräfte hätten mit einem quer gestellten Bus versucht, die Massen aufzuhalten. "Eine Polizeikette wäre umgerannt worden." Hase hörte die Sprechchöre auf dem Bahnhofsvorplatz. Bevor er zu den Menschen durchdringen konnte, nahmen Polizisten ihn fest. "Sie waren der Meinung, ich hätte Auftraggeber im Westen." Zwei Tage saß Hase in Haft. Er bekam später als "staatsfeindliches Element" keine Arbeit mehr als Fotograf.

Der überwältigende Brandt-Empfang schockte die SED-Spitze, wie aus Archivdokumenten hervorging. Das DDR-Fernsehen sprach angesichts der Hochrufe für den SPD-Politiker aus dem Westen von "bestellten Provokateuren". Linientreue SED-Jubler mussten auch Willi Stoph hochleben lassen. In Sprechchören skandierten sie die Parole: "Forderung an Willy Brandt - DDR wird anerkannt". Der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht hatte Stoph mit dem Ziel nach Erfurt geschickt, die volle völkerrechtliche Anerkennung der DDR durchzusetzen.

"Man kam wieder ins Gespräch"

Das politische Ergebnis des Brandt-Besuchs empfand Hase als enttäuschend: "Ich hätte mir eine Änderung, eine Öffnung erwartet." Auch Brandt selbst bezeichnete das Treffen als unergiebig: "Stoph beeindruckte mich nicht sonderlich. Was am Verhandlungstisch gesagt wurde, in der Regel vorgelesen wurde, war den Aufwand nicht wert." Sie hätten sich abseits des Verhandlungstischs aber über simple Sachfragen verständigt wie etwa zum Postwesen. "In Erfurt wurde die deutsch-deutsche Eiszeit beendet", sagt die Erfurter SPD-Politikerin Ulla Kalbfleisch-Kottsieper. "Man kam wieder ins Gespräch."

Bei einem zweiten Treffen am 21. Mai 1970 in Kassel reagierte Stoph zwar ungehalten auf den 20-Punkte-Plan Brandts für eine vertraglich geregelte Annäherung. Der deutsch-deutsche Dialog mündete 1972 aber in den Abschluss des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Darin wurden auch praktische Vereinbarungen zur Familienzusammenführung und zu Reiseerleichterungen festgeschrieben. 1971 regelten Ost- und Westdeutschland mit dem Transitabkommen den zivilen Personen- und Güterverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.

Hohe Gäste aus dem In- und Ausland

Der "Erfurter Hof" existierte noch bis 1995 als nobles Hotel. Werner Lusche, der dort 1969 als Kellnerlehrling begann, erinnert sich an zahlreiche hohe Gäste aus dem In- und Ausland. In dem Haus ließ DDR-Staatschef Erich Honecker zum Beispiel das damalige rumänische Staatsoberhaupt Nicolae Ceausescu oder Teilnehmer der Staatsjagd bewirten. Bis zu 350 Mitarbeiter boten höchste Qualität und Leistung. "Wir fühlten uns wie eine Familie", erzählt Lusche.

Inzwischen sind die Fenster des Gebäudes schmutzig, der Eingang ist verschlossen, darüber turteln Tauben. Die Zukunft des Hauses ist offen. Das Land entschied sich für die Förderung eines neuen Fünf- Sterne-Hotels am Erfurter Dom.

Blutende Herzen

Der traurige Anblick des "Erfurter Hofs" lässt Einheimischen das Herz bluten. "Von dem früheren Glanz des Hauses ist kaum noch etwas zu spüren", sagt Ulla Kalbfleisch-Kottsieper. Sie gehört zum Freundeskreis "Willy-Brandt-Zimmer im Erfurter Hof", der 25 Gleichgesinnte vereint. Am 18. Dezember wollen sie Brandts 90. Geburtstag in dem Haus feiern.

Der SPD-Politiker blickt übrigens noch heute aus dem "Erfurter Hof" - von einem Fenster aus, in dem ein lebensgroßes Foto hängt.

Bettina Grachtrup/DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?