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Nachruf: Der stern trauert um Mario R. Dederichs

Eine glänzend recherchierte Serie über den SS-Schergen Reinhard Heydrich verfasste stern-Reporter Mario R. Dederichs im vorigen Jahr. Daraus ein Buch zu machen, war ihm nicht mehr vergönnt. Dederichs starb 54-jährig an Krebs.

Den Irak-Krieg hat er für den stern noch mit so pointierten wie sachkundigen Analysen begleitet, bis zuletzt folgte er aufmerksam und kritisch dem US-Abenteuer im Nahen Osten. Die Anatomie der Super-Power hatte Mario R. Dederichs in seiner Korrespondentenzeit in Washington von 1988 bis 1994 bestens kennen gelernt. Zuvor war der gebürtige Rheinländer für den stern schon knapp vier Jahre in Moskau, um über die Sowjetunion, damals die zweite Großmacht, zu berichten.

Sein Handwerk hatte er als Zeitungsredakteur in Recklinghausen von der Pike auf gelernt. Er war Bonner Parlaments-Berichterstatter der Nachrichtenagentur UPI und Redaktionsleiter des ddp in London, ehe er 1976 zum stern kam.

Seiner professionellen Neugier und seiner Gabe, komplexe Sachverhalte anschaulich und spannend zu schildern, verdanken wir neben vielen Reportagen aus allen Teilen der Erde auch eine Reihe zeitgeschichtlicher Beiträge: Eine glänzend recherchierte, vierteilige stern-Serie über den SS-Schergen Reinhard Heydrich verfasste Dederichs, schon schwer krank, im vorigen Jahr. Daraus ein Buch zu machen war ihm nicht mehr vergönnt. Mario R. Dederichs starb am Dienstag vergangener Woche an Krebs. Er wurde 54 Jahre alt.

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