HOME

US-Wahl: Deutscher Beamter hätte Trump verhindern können - vor über 100 Jahren

Der Siegeszug des Populisten Donald Trump zum US-Präsidenten - wie konnte es dazu kommen? Eine Antwort: Unter anderem durch eine Entscheidung, die eine deutsche Behörde vor 100 Jahren fällte.

Donald Trump zieht die Mundwinkel lang - Sein Großvater durfte nicht nach Deutschland zurück

Beinahe hätte Donald Trump niemals US-Präsident werden dürfen - wenn ein deutscher Beamter vor 100 Jahren anders entschieden hätte.

Es war ein Thema, das Barack Obama latent durch seine gesamte Amtszeit begleitete: Das Gerücht, er sei gar nicht in den USA geboren worden und hätte somit gar nicht zum US-Präsidenten gewählt werden dürfen. Von solchen Vorwürfen ist sein designierter Nachfolger Donald Trump weit entfernt. Dabei hat gar nicht viel gefehlt, und er wäre tatsächlich niemals als US-Präsident in Frage gekommen. Hätte nur ein deutscher Beamter im Pfälzischen vor langer Zeit eine andere Entscheidungen getroffen.

Donalds Großvater Friedrich Trump (1869-1918) hatte nämlich die Schnauze voll von den USA, in die er 1885 ausgewandert war. Friedrich wollte zurück in die Heimat nach Kallstadt im heutigen Rheinland-Pfalz. Doch die Behörden ließen ihn nicht. Ein mehr als 100 Jahre altes Dokument im Landesarchiv Speyer belegt nach Angaben eines Heimatforschers die endgültige Ausweisung von Großvater Trump. Wie Roland Paul, pensionierter Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde berichtet, wurde Großvater Trump die Wiedereinbürgerung aus einem zutiefst bürokratischen Grund verwehrt: Er hatte sich bei der Auswanderung nicht ordnungsgemäß abgemeldet. Friedrich Trump war wohl davon ausgegangen, dass er niemals zurückkehren würde.

Großvater protestiert bei Prinzregent Luitpold

Bei dem historischen Dokument, das all' das belegt, handelt es sich um einen Brief des Bezirksamts Dürkheim an das Bürgermeisteramt von Kallstadt vom 27. Februar 1905. Darin heißt es: "Dem derzeit in Kallstadt befindlichen amerikanischen Bürger und Rentner Friedrich Trump ist eröffnen zu lassen, dass er längstens bis zum 1. Mai lfd. Jrs. das bayerische Staatsgebiet zu verlassen, andernfalls aber seine Ausweisung zu gewärtigen habe." Kallstadt gehörte damals zum Königreich Bayern.

Großvater Trump habe nach dem Ablehnungsbescheid einen Brief an den Prinzregenten Luitpold gerichtet, schreibt Paul in einem Aufsatz, der in der Zeitschrift "Pfälzer Heimat" erschien. Doch es half nichts. Friedrich Trump und seine Frau Elisabeth bestiegen am 1. Juli 1905 in Hamburg das Dampfschiff "Pennsylvania". Drei Monate später sei der Vater des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump in New York geboren worden.

Donald Trump hätte nicht Präsident werden dürfen

Es bleibt also die Erkenntnis: Hätten die deutschen Behörden den ausgewanderten Friedrich Trump vor über 100 Jahren in der alten Heimat willkommen geheißen, hätten sie damit einen US-Präsidenten Donald Trump verhindert. Denn dessen Vater und wohl auch er selbst wären dann in Deutschland zur Welt gekommen. Einen US-Präsidenten Donald Trump hätte es somit nicht gegeben. Aber wer weiß: Vielleicht wäre er stattdessen der kommende Bundeskanzler?!

dho/mit DPA