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US-Wahl: Trump trifft Farage: Brandstifter unter sich

Der eine brachte Europa mit dem Brexit ins Wanken, der andere schüttelt wohl bald die US-Politik kräftig durch: Donald Trump und Nigel Farage haben sich im Trump-Tower getroffen - und sich prächtig verstanden.

Welchen europäischen Politiker trifft der künftige US-Präsident Donald Trump zuerst? Angela Merkel? Francois Hollande? Oder doch Wladimir Putin? Nein. Trumps erster europäischer Gast in seinem opulenten Zuhause ist einer, der zur Zeit gar kein politisches Amt besetzt - den Europäern und Briten aber schon mächtig Ärger machte.

Dass nun ausgerechnet Nigel Farage als erster zu Trump darf, ist eigentlich nicht überraschend. Der Mann hinter dem Brexit hatte bereits während des US-Wahlkampfs für Trump getrommelt und ist auch mit ihm aufgetreten. Nun trafen sich die beiden für eine knappe Stunde zu einem produktiven Gespräch, wie Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway betont: "Sie haben über die Freiheit und das Gewinnen gesprochen und darüber, was das alles für die Welt bedeutet", zitiert sie die Deutsche Presse Agentur.

 

Farage: "Er wird ein guter Präsident"

Auf Twitter teilte Farage ein Bild der beiden Politiker. Dazu schrieb er: "Es war eine große Ehre, Zeit mit Donald Trump zu verbringen. Er war entspannt und voller guter Ideen. Ich bin sicher, er wird ein guter Präsident." Farage hatte bereits in den vergangenen Monaten häufig darauf hingewiesen, was er an Trump schätzt. Der Republikaner sei tatsächlich ein Freund der Briten. Das würde ihn von seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton und dem Noch-Präsidenten Barack Obama unterscheiden. Beide hätten für die Briten nur Verachtung übrig, so seine Interpretation.

Donald Trump würde aktuell vor allem die gemeinsame Zeit mit seiner Familie genießen, gab Conway zu Protokoll. Zudem dürfte er sich aber auf die Amtsübernahme im Januar 2017 vorbereiten. Er werde in den nächsten Tagen zum amerikanischen Volk sprechen, so Conway.


Sondertreffen der EU-Außenminister

Die EU-Außenminister treffen sich derweil am heutigen Abend zu einer Sondersitzung in Brüssel. Dort wollen sie die Folgen von Trumps Wahlsieg für die Europäische Union erörtern. Nicht dabei sein wird der britische Außenminister Boris Johnson. Die britische Regierung sehe keinen Grund für ein solches Treffen. Auch der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault hat die Teilnahme abgesagt, allerdings aus Termingründen.

mma