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Welle der Solidarität: Koch Habib soll abgeschoben werden – trotz vorbildlicher Integration

Ein Kölner Restaurant schlägt Alarm, weil es seinen Chefkoch nicht verlieren will. Der Mann aus Bangladesch sei bestens integriert, ein wertvoller Mitarbeiter und "menschlich erste Sahne".

Habib Khan aus Bangladesh in einer Kölner Straße

Der Kölner Koch Habib Khan, 24, soll nach Bangladesh abgeschoben werden

"Habib ist das Musterbeispiel für gelungene Integration." So spricht das Kölner Restaurant "Bagatelle" von seinem Chefkoch Habib Khan, der aus Bangladesch nach Deutschland kam und seit mehr als vier Jahren in der Küche des beliebten Lokals arbeitet.

Der Mann, der der Volksgruppe der Bihari angehört, die in ihrer Heimat heftigen Anfeindungen ausgesetzt sind, hat sich in Köln bestens eingelebt.

"Er lernt von Beginn an fleißig die Sprache, er liebt dieses Land und seine Kultur und sein Lieblingslied ist "Stadt met K" von Kasalla. Er verträgt mehr Kölsch als die meisten unserer 140 Mitarbeiter, isst gerne Mettbrötchen und ist immer nett, zuvorkommend und höflich", so die Restaurantbesitzer Daniel und Reja-Lisa Rabe in einem emotionalen Facebook-Post. Und trotzdem soll der 24-Jährige abgeschoben werden.

Kürzlich hatte auch das Oberverwaltungsgericht negativ über den Antrag des Kochs entschieden, weil der nicht beweisen könne, dass er wirklich zu den verfolgten Bihari zähle. Bangladesch gilt zudem als sicheres Herkunftsland. Seitdem ist er nur noch geduldet. Einige Bekannte von Habib Khan seien bereits abgeschoben worden – seitdem hat er Angst.

Das Restaurant schätzt den Koch als Mitarbeiter

Seine Arbeitgeber unterstützen den gut integrierten Chefkoch aber mit allen Mitteln, mit ihrer Hilfe reichte nun weitere Dokumente ein, die von den Gerichten geprüft würden. Nicht zuletzt, weil er ein wertvoller Mitarbeiter des Restaurants ist: "Seit der Eröffnung der Bagatelle in Lindenthal leitet er die Küche mit Geschick und Sachverstand. Er hat sich alles selber beigebracht, viel abgeschaut und fleißig gelernt", heißt es im Facebook-Posting der Betreiber.

"Es ist gelinde gesagt zum Kotzen, dass diejenigen abgeschoben werden, die sich perfekt integrieren, die unser Arbeitsmarkt so dringend braucht und die menschlich auch noch allererste Sahne sind. Seine Abschiebung wäre für ein deutsches Unternehmen geschäftsschädigend und menschlich eine wirkliche Katastrophe."

Politiker und Musiker protestieren

Auch wenn sie rechtlich keine reale Handhabe haben, solidarisierten sich bereits viele Politiker mit Chefkoch Khan. Und nicht zuletzt zahlreiche Kölner, die den 24-Jährigen längst als einen der ihren betrachten. Auch Habib Khans Lieblingsband, die Lokalhelden Kasalla, schwiegen nicht zum Schicksal des Mannes.

Bei so viel Unterstützung besteht ja vielleicht doch noch eine Chance auf einen glücklichen Ausgang der bisher so vorbildlichen Laufbahn des Kölner Kochs.