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Deutsche Bahn: Schnee und Eis behindern den Zugverkehr

Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf wichtigen Strecken eingeschränkt und begründet den Schritt mit dem Winterwetter. Betroffen sind die ICE-Strecken zwischen Köln und Brüssel/Amsterdam, Hamm und Köln sowie München und Hamburg/Bremen.

Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf wichtigen Strecken eingeschränkt und begründet den Schritt mit dem Winterwetter. Betroffen sind die ICE-Strecken zwischen Köln und Brüssel/Amsterdam, Hamm und Köln sowie München und Hamburg/Bremen. Zur Begründung erklärte die Bahn am Mittwoch auf Anfrage, aufgrund der Minustemperaturen könnten sicherheitsrelevante Untersuchungen an den Zügen erst nach einer aufwendigen Enteisung vorgenommen werden. Insgesamt nehme dies pro Zug mehrere Stunden in Anspruch.

Zudem könnten Züge trotz des in den Werken verstärkten Personals nicht in der vorgesehenen Zeit gewartet werden, weil sie zum Beispiel wegen Schneeverwehungen zu spät dort einträfen. Auf einigen Fernverkehrslinien sei das Zugangebot deshalb derzeit eingeschränkt. "Zum Teil fahren ICE-Züge einteilig, werden durch IC ersetzt oder fallen in Ausnahmefällen ganz aus", heißt es in der Mitteilung. Auf dem Internetauftritt der Bahn ist von "witterungsbedingten Anpassungen" die Rede. Für aktuelle Informationen darüber richtete das Unternehmen eine kostenlose Kundenhotline unter der Telefonnummer 08000-996633 ein.

Wegen des Wetters mit Minusgraden, Eisregen und starken Schneeverwehungen sei auch die Zahl der Fahrzeugstörungen angestiegen. Hinzu komme die bei mehreren Baureihen erfolgte Absenkung der sogenannten Ultraschallintervalle. Die Achsen von ICE-3- und ICE-T-Zügen müssten - bis zur Lieferung neuer Radsätze - zehnmal häufiger überprüft werden als bisher. Zwölf Garnituren von insgesamt 252 ICE-Zügen stünden daher dem Betrieb dauerhaft nicht zur Verfügung, teilte das Unternehmen mit.

Wegen der Störungen können die ICE-Züge von Köln nach Brüssel und Amsterdam zurzeit nicht grenzüberschreitend verkehren. So entfallen bis Montag alle ICE zwischen Aachen und Brüssel. Als Alternative werden je nach Lage ein Umstieg in einen Pendelzug nach Welkenraedt/Lüttich mit Anschluss an belgische IC-Züge, Nahverkehrszüge oder Thalys-Züge angeboten. Es ist laut Bahn mit einer Verlängerung der Reisezeit von 60 bis 90 Minuten zu rechnen.

Auf der Strecke Köln-Amsterdam ist voraussichtlich bis Freitag ein Umsteigen im Grenzbahnhof Emmerich nötig. Dabei kommen zwischen Emmerich und Amsterdam teilweise Ersatzzüge der niederländischen Bahn zum Einsatz. Hier wurde die Reisezeitverlängerung auf etwa 30 Minuten beziffert.

Zudem verkehren die ICE-Züge Berlin-Hamm-Köln mit reduzierter Platzkapazität. Bis einschließlich Freitag fahren grundsätzlich alle ICE auf dieser Strecke zwischen Berlin und Köln/Düsseldorf einteilig, also mit halber Sitzplatzkapazität. Reisende von und zur "Wupperstrecke" Hamm-Hagen-Wuppertal-Köln müssten zwischen Hamm und Köln Pendelzüge benutzen, so dass von und nach Berlin ein Umsteigen im Hamm erforderlich ist. Als Pendelzüge kommen ICE oder IC-Züge zum Einsatz. Mit Ausnahme der Tagesrandzeiten entfallen die durchgehenden ICE-Verbindungen bis Bonn Hauptbahnhof.

Ebenfalls wegen des Wetters verkehrt bis Freitag ein Großteil der zweistündlichen ICE zwischen München und Hamburg/Bremen einteilig, also ebenfalls mit halber Sitzplatzkapazität. Reisende zwischen Hannover und Bremen müssen in Regionalexpress-Züge umsteigen.

Hintergrund dieser Maßnahme sind Kupplungsprobleme bei der zweiten Generation des ICE. Diese Hochgeschwindigkeitszüge treffen sich eigentlich in Hannover und fahren dann in einem Verband nach München. Wegen des kalten Wetters versagt aber öfters die Technik.

APD / APD

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