Flugbegleiter-Streik Lufthansa drohen weitere Streiks


Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa ist weiter keine Einigung in Sicht. In dieser Woche seien neuerliche Ausstände möglich, teilt UFO mit. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter erwägt auch einen unbefristeten Arbeitskampf, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Trotz zweimaliger Warnstreiks gibt es keine Annäherung zwischen Lufthansa und den Flugbegleitern, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft UFO, Joachim Müller. Damit ist auch die Streikgefahr für die Lufthansa-Kunden nicht gebannt. Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Kabinenmitarbeiter in Teilen Deutschlands für mehrere Stunden ihre Arbeit niedergelegt. Insgesamt waren nach Unternehmensangaben gut 120 Flüge ausgefallen.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, die Fluggesellschaft sei unverändert bereit, sich in einigen Punkten auf die Gewerkschaft zuzubewegen. Dies müsse jedoch am Verhandlungstisch geklärt werden. Bislang habe UFO die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen.

Angespannte Rahmenbedingungen

Die Gewerkschaft will für die 16.000 Lufthansa-Flugbegleiter eine Einkommenserhöhung von insgesamt 15 Prozent erstreiten. Diese Forderung setzt sich aus einer deutlichen Gehaltserhöhung und besseren Arbeitsbedingungen zusammen. Lufthansa hat nach eigener Darstellung zuletzt eine Gehaltserhöhung von 6,1 Prozent sowie eine Ergebnisbeteiligung und bessere Arbeitsbedingungen geboten.

Als einen der Knackpunkte in den Verhandlungen sieht UFO die Anrechnung von Zugeständnissen, die die Mitarbeiter vor Jahren an Lufthansa gemacht hatten. 2005 hatten die Beschäftigten im Gegenzug für den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zwei Nullrunden, längere Arbeitszeiten und weniger Urlaub akzeptiert. Nach Auffassung von UFO war der als "konzertierte Aktion" bekannte Vertrag bis Ende 2007 befristet, während Lufthansa die Einschätzung vertritt, dass die Vereinbarung weiterhin gültig und eine Rückgabe zu verhandeln ist.

Verschärft wird die ohnehin angespannte Situation durch die sinkende Nachfrage nach Flugreisen. "Für 2009 weiß im Moment kein Mensch, wohin die Reise geht", wird Lufthansa-Personalchef Stefan Lauer in der Mitarbeiterzeitschrift zitiert. Der Tiefpunkt der Krise sei noch nicht erreicht. Es sei daher unverantwortlich, einen Streik vom Zaun zu brechen. "Bei harten Arbeitskämpfen gibt es am Ende gar keinen Sieger, sondern nur Opfer", sagte er.

Reuters


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