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Reeperbahn: St. Pauli will Weltkulturerbe werden - eine gute Idee

Das Amüsierviertel St. Pauli in Hamburg ist weltberühmt, jährlich kommen Tausende Touristen. Jetzt soll der Titel des UNESCO-Weltkulturerbes den Stadtteil um die Reeperbahn schützen. Ein ungewöhnlicher Schritt, der funktionieren könnte.

Große Freiheit auf dem Hamburger Kiez

Große Freiheit auf dem Hamburger Kiez: Ist der Rotlichtbezirk bald Weltkulturerbe der UNESCO? 

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"Wir siiiiiingen: Uffta, uffta, uffta, täääteräää!" Laut gröhlend zieht der Junggesellenabschied von der Kneipe los, auf zum nächsten Laden. Dass die Jungs am vergangenen Samstagabend auch an Wohnhäusern vorbeibrüllen, ist egal. Hier ist schließlich St. Pauli, eines der weltweit bekanntesten Amüsierviertel. Hier darf man die Sau rauslassen, in Hauseingänge pinkeln, laut sein, sich peinlich machen. Geil! 

Seit Jahren feiert Hamburg einen Besucherrekord nach dem nächste. Knapp 14 Millionen Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gebucht, jeder vierte Gast kam aus dem Ausland. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Die Tourismusbranche ist entzückt, die Bewohner der touristischen Hochburgen der Hansestadt weniger. Denn ihre Viertel werden überschwemmt, mit Müll, Lärm, Krawall, Menschenmassen. Vor allem St. Pauli - immer schon Amüsier- und Rotlichtviertel - ächzt unter der Last der Touristen. Denn die Gäste kommen nicht, um in den Vororten der Hansestadt zu hocken, sondern wollen die Alster und Elbphilharmonie - und natürlich die "sündige Meile" sehen.

St. Pauli soll Weltkulturerbe werden

Nun überrascht eine Initiative vom Kiez mit einem irren Vorstoß: Sie wollen, dass das Viertel rund um die Reeperbahn immaterielles Kulturerbe der Unesco wird. Treiberin hinter der Idee ist die Quartiersmanagerin Julia Staron - und sie hat schon viel Unterstützer überzeugt. Behörden, Geschäftsleute, Vereine, Anwohner, Kirche - sie alle finden die Idee gut. Ihre Hoffnung: Der Status als Kulturerbe soll den Stadtteil schützen. Vor einer "Disneysierung", wie Stadtteil-Initiativen fürchten. "Beim immateriellen Weltkulturerbe geht es nicht um eine Art Denkmalschutz. St. Pauli soll genauso wenig Freilichtmuseum werden, wie’s ein Disneyland für Erwachsene und Halbstarke ist", heißt es dazu von den Verantwortlichen.

Die Probleme rund um die Reeperbahn

Ein Unesco-Titel als Rettungsanker? Tatsächlich kommt in diesem Viertel viel zusammen, unter dem auch andere Quartiere in Deutschland kranken. Durch die steigende Beliebtheit explodieren die Mieten. Anwohner mit kleinem Geldbeutel werden verdrängt - aber auch Händler haben das Problem. Die Ladenmieten sind hoch, alt eingesessene Händler verschwinden. "Auf St. Pauli selbst übt man sich in der Kunst, Kommerzialisierung und Stadtteilidentität in der Balance zu halten – gegen die Last der Besucherrekordzahlen und den 'Goldrausch' einiger Investoren. Doch angesichts schwindender Identifikationsmerkmale, muss man sich fragen: Wie lange hält St. Pauli das aus?", heißt es in dem Antrag.

Zu den Touristen kommen noch Großevents, die die Situation verschärfen. Der Supergau erwartet die St. Paulianer dieses Jahr am 14. Juli. Dann entern rund 400.000 Fans des Schlagermoves die Straßen, dazu kommen rund 50.000 Fußball-Freunde, die auf der Fan-Meile das Endspiel der WM sehen wollen. Und natürlich die ganz normalen Touristen, die von dem Auflauf an Menschenmassen nichts ahnen. Für die rund 23.000 Einwohner des Viertels eine Belastungsprobe. Immerhin haben sie dann schon den Hafengeburtstag (mehr als eine Million Besucher) und die Harleydays (rund 600.000 Motorrad-Freunde) hinter sich.

Die Furcht der Anwohner, dass St. Pauli zunehmend zu einer Party-Kulisse verkommt, scheint gerechtfertigt. "Das ist hier ein 400 Jahre gewachsener Kultur- und Lebensraum", sagt Initiatorin Staron zum stern. Gemeinsam hat sie mit Kultur- und Geschichtswissenschaftlern den Antrag erarbeitet. "Wir wollen mit der Bewerbung auch international Aufmerksamkeit dafür, dass St. Pauli keine Kulisse ist."

Immaterielles Kulturerbe: Knabenchor und Skatspiel

Die Auszeichnung der Unesco wäre keine Lösung für das Touristenproblem, sondern ein Ausrufezeichen im Kampf Kultur und Kunst gegen Kommerz und Konsum. Ein Blick auf andere Großstädte, beispielsweise Barcelona oder Rom, zeigt, wie schnell der Tourismus überhand nehmen kann. Natürlich brauchen Städte die Reisenden, aber die Bewohner spüren die zunehmende Ohnmacht. Daher ist der Wunsch, Weltkulturerbe zu werden, auch ein Hilferuf. 

Sollte sich die Unesco dazu durchringen, St. Pauli diesen Titel zu verleihen, würde sich der Stadtteil in eine illustre Liste einreihen. Seit 2014 zählen der Rheinische Karneval und die Sächsischen Knabenchöre dazu. Das Tonnenabschlagen in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2016 genauso aufgenommen wie das Skatspiel. 

Doch leicht wird es nicht, St. Paulis Lebensart in diese Liste zu bekommen. Denn die Messlatte hängt hoch. Die Kriterien der Unesco scheinen schwammig - und sind doch knallhart. Doch für die Initiative ist der Weg das Ziel. "Wenn’s gut läuft, bekommt St. Pauli über diesen einzigartigen Selbstfindungsprozess eine Art  neues kollektives Selbstbewusstsein, dass alle Aspekte unserer extrem bunten Stadtteilpersönlichkeit miteinander verbindet", heißt es in dem Antrag. Nun sollen zunächst Bewohner des Viertels in einer groß angelegten Umfrage festhalten, was ihr Viertel ausmacht - und was schützenswert ist. "Und wenn’s ganz optimal läuft, können wir tatsächlich über die Bewerbung und was auch immer daraus wird, der Welt zeigen, dass St. Pauli viel, viel mehr ist, als Reeperbahn, Rampen-, Rot- und Blaulicht."

Unterwegs auf der Reeperbahn

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.