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Angst vor neuem Flugverkehr-Chaos Vulkanasche zieht Richtung Deutschland


Legt der isländische Vulkan Grímsvötn nun doch Teile des Flugverkehrs in Deutschland lahm? An der Nordseeküste werden vermutlich kritische Werte erreicht.

Die vom isländischen Vulkan Grímsvötn nach Süden ziehende Vulkanaschewolke nimmt offenbar Kurs auf die deutsche Küste. Bis zum Abend werde die Aschekonzentration an der Nordseeküste vermutlich Werte zwischen 0,2 und 2,0 Milligramm je Kubikmeter Luft erreichen, gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach bekannt. Bei diesen Konzentrationen wären Flüge nur unter besonderer Aufsicht möglich. Betroffen sei die norddeutsche Küstenregion.

Mehrere Fluggesellschaften haben wegen der Vulkanasche am Dienstag Flüge von und nach Schottland gestrichen. Zudem kommt es bei einigen Transatlantikflügen zu Verspätungen. Der Grímsvötn ist nach Angaben isländischer Experten weiterhin aktiv und schürt die Angst vor neuen Problemen im Luftverkehr - 14 Monaten nach dem Flugchaos, das der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausgelöst hatte.

Obama musste umdisponieren

Prominentes Opfer des isländischen Asche war am Montagabend das Ehepaar Barack und Michelle Obama. Der US-Präsident und seine Frau mussten vorzeitig von Irland nach London abreisen, um der Wolke zu entgehen.

Zehn Stunden früher als ursprünglich geplant landete die "Air Force One" am Montagabend auf dem Flughafen Stansted im Norden Londons. Obama, der am Dienstagmittag von Queen Elizabeth II. im Buckingham Palast empfangen werden sollte, wollte mit der vorzeitigen Abreise einem drohenden Flugverbot wegen der Vulkanasche entgehen.

Wolke schwer einzuschätzen

Im Frühjahr 2010 hatte der Vulkan Eyjafjallajökull mit seiner Asche wochenlang Teile des internationalen Flugverkehrs gestoppt. Damals fehlten Grenzwerte für die Aschekonzentrationen in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und das Fliegen in Arealen mit geringer Konzentration ist erlaubt.

Die Wetterverhältnisse in Island machen es schwierig, die Größe und Höhe der Wolke genau einzuschätzen, wie isländische Meteorologen sagten. Aber Radaranzeigen zeigten deutlich, dass die Aschewolke nicht mehr so hoch wie kurz nach dem Ausbruch des Grímsvötn am Samstag sei. Experten gingen von fünf bis sieben Kilometern aus. Im Laufe des Tages sollte ein Erkundungsflugzeug über die Region fliegen.

Mehrere Fluggesellschaften - darunter KLM, British Airways, Ryanair, easyjet, der Lufthansa-Partner BMI, Loganair, Eastern Airways und Aer Lingus - strichen am Dienstagmorgen Flüge von und nach Schottland. 400 Menschen mussten über Nacht am Flughafen Edinburgh ausharren. Wie lange die Probleme anhalten würden, war am Dienstagmorgen nicht klar.

Airlines sollen selbst entscheiden

Jeder Staat entscheidet selbst darüber, ob er seinen Luftraum schließt - die EU-Luftsicherheitsexperten geben nur Empfehlungen ab. Das europäische Krisenzentrum EACCC empfahl den Staaten am Montag, die Airlines selbst entscheiden zu lassen, ob sie in Gebieten mit Ascheteilchen fliegen wollen oder nicht.

Der Grímsvötn war am Samstag ausgebrochen. Der Vulkan schleuderte seine Asche teilweise mehr als 20 Kilometer hoch in die Luft. Er liegt unter dem größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull.

fw/DPA/Reuters DPA Reuters

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