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"Ottos Reise" in Nordkorea Passbilder für ein Auto


"Ottos Reise" ist Geschichte. In Berlin endete der Weg, der Gunther Holtdorf und sein Auto "Otto" um die Welt führte. Aus aktuellem Anlass reist der stern mit ihm heute nochmal nach Nordkorea.

Eine Reise wie keine zweite: Gunther Holtdorf hat in 26 Jahren mit einem Geländewagen 215 Länder dieser Welt bereist. Begleitet wurde er 22 Jahre lang von seiner inzwischen verstorbenen Frau Christine. Den Wagen, der sie um die Welt trug, taufte Holtdorf liebevoll "Otto". Gemeinsam bereisten sie alle Kontinente, durchquerten Wüsten und Flüsse, erkundeten Urwälder und Gebirgslandschaften. Zusammen mit dem stern präsentiert Gunther Holtdorf "Ottos Reise" in einem einzigartigen Online-Projekt.

Noch einmal bereisen wir mit Holtdorf die Länder dieser Welt. Aus aktuellem Anlass diesmal Nordkorea. Derzeit wird gerätselt, ob Kim Jong Un überhaupt noch die Macht in dem verschlossenen Land hat. Schon seit Wochen ist er in der Öffentlichkeit nicht mehr aufgetaucht. Sich darüber Gedanken zu machen, verbietet sich für den normalen Nordkoreaner allerdings. Wie so vieles, wie auch Gunther Holtdorf während seines Aufenthalts erfahren hat.

Die Liste der Regeln, Verbote und Maßgaben war endlos. Zum Thema Fotografie hieß es: Keine Bilder von Soldaten, keine Fotos von Bürgern in Alltagssituationen, die nicht ausdrücklich genehmigt sind, niemals einen der "Führer" des verschlossenen Landes von hinten aufnehmen – nicht mal als Denkmal. Und bitte keine Aufnahmen von Dörfern auf dem Land.

Als Gunther Holtorf mit seinem Sohn Martin im Sommer 2011 als erster Ausländer überhaupt mit dem eigenen Auto in die extremste kommunistische Diktatur der Erde reisen konnte, hatte er immer drei Aufpasser dabei. Trotzdem gelangen den beiden auf ihrer knapp dreiwöchigen Fahrt über rund 2000 Kilometer Bilder, wie man sie bisher aus dem Land nur selten zu sehen bekam: Zur Ernte verpflichtete Menschen auf qualmenden Lastwagen, die zum Einsatz gekarrt werden. Ärmlich gekleidete Kinder, die in Pfützen spielen. Heruntergekommene Dörfer und Bauern, die verzweifelt versuchen, auf überfluteten, mit veralteten Maschinen Feldern Reis anzubauen. Verhärmte Frauen, die an der Straße Gras pflücken, offenbar um es zu essen.

Die beiden konnten oft genug ihre Bewacher ablenken, um die Szenen festzuhalten, die neben all den gestellten Propagandabildern, die sie natürlich auch abfotografierten, einen Einblick in die echten Lebensverhältnisse der Menschen geben.

Diese Motive und noch viel mehr über Nordkorea zeigt Gunther Holtdorf im Kapitel "Unterwegs in der letzten Erbdiktatur der Welt". Zu sehen sind zudem vier reich animierte Videos.


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