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El-Al-Flug von Rom: Warum zwei Piloten einen Jumbojet in den Himmel malen

Am Sonntag flog die Boeing 747 der israelischen Fluggesellschaft auf dem Weg nach Tel Aviv über dem Mittelmeer einen Umweg. Dabei entstand ein ungewöhnliches Flugbild. Denn der Jumbojet von El Al erinnert an einen Flug mit 1086 Menschen an Bord.

Flugroute mit kuriosen Umweg: Der El-Al-Flug von Rom nach Tel Aviv am 3. November

Flugroute mit kuriosen Umweg: Der El-Al-Flug von Rom nach Tel Aviv am 3. November

Zunächst sah alles nach einem regulären Linienflug aus, der vom Flughafen Rom-Fiumicino zum Ben-Gurion-Airport in Tel Aviv  führte. Doch schon das Kürzel LY1747 ließ aufhorchen: Die Flugnummer mit der Zahlenkombination 747 gibt es nur einmal. Denn am Sonntag feierte die israelischen Airline El Al den Abschied eines Flugzeugtyps: der legendären Boeing 747, auch Jumbojet genannt.

Nachdem am 3. November der letzte verbliebene Jumbojet mit dem Taufnamen auf die südisraelische Stadt "Beer Sheva" gegen 11 Uhr in Rom gestartet war und sich südwestlich von Zypern befand, drehte die Maschine mit der Kennung 4X-ELC ab. Denn die Piloten hatten sich etwas besonders für den Abschiedsflug ausgedacht: Im Autopilot war zwischendurch eine Route einprogrammiert, die auf Flightradar die Silhouette eines Jumbos zeigt.

Für dieses Manöver war eigens der Luftraum über dem Mittelmeer gesperrt, sodass die Boeing 747-400 in einer Höhe von 3300 Metern den Sonderkurs abfliegen konnte.

Das südwestlich von Zypern erzeugte Bild von LY1747

Das südwestlich von Zypern erzeugte Bild von LY1747

Nach diesem kurzen und kuriosen Umweg setzte der fast 25 Jahre alte Flieger seine Reise fort und landete nach knapp fünfstündiger Flugzeit gegen kurz nach 17 Uhr in Tel Aviv. Zukünftig wir die Route von Tel Aviv nach Rom und zurück mit einer viel kleineren Boeing 737 beflogen.

Ende der Jumbojet-Ära

Wie auch schon andere Fluggesellschaften zuvor haben sich die Israelis von dem vierstrahligen Jet endgültig getrennt und tauschen die letzten Exemplare gegen die neue Boeing 787 aus. Zu durstig sind die vier Triebwerke des Jumbojets. Dabei gehörte El Al zu den Airlines, die bereits 1971 die Boeing 747 in ihre Flotte integrierten und vor allem auf der Route nach New York einsetzten.

Doch nach 48 Jahren ist Schluss: Das letzte Exemplar mehrerer Jumbo-Generationen mit El-Al-Bemalung wird ausgemustert. Drei Flugzeuge der jüngeren Baureihe 747-400 waren noch in diesem Jahr für El Al unterwegs und flogen meistens nach Barcelona, Bangkok und JFK-Airport in New York.

Operation Salomon mit dem Jumbojet

Mit dem Jumbojet sind bei El Al viele Erinnerungen verbunden: Im Mai 1991 wurden 14.000 Juden aus Äthiopien binnen weniger Tage ausgeflogen. Bei dieser Luftbrücke kam auch eine Boeing 747 zum Einsatz, die einen Passagierrekord aufstellte: An Bord der Maschine mit ungefähr 480 Plätzen befanden sich auf einem Flug 1086 Menschen.

Fast über fünf Jahrzehnte war verschiedene Muster der Boeing 747 bei El Al im Einsatz

Fast über fünf Jahrzehnte war verschiedene Muster der Boeing 747 bei El Al im Einsatz

Getty Images

Sie hatten auf Gängen und auch in den Küchen Platz genommen. Während des Evakuierungsfluges wurden außerdem zwei Babys geboren.

Die Boeing 747 wird seit mehr als 50 Jahren in den Boeing-Werken bei Everett im Bundesstaat Washington produziert. Bei den meisten Neubauten handelt es sich aber um Frachtversion. Bei der Lufthansa sind 19 Exemplaren der jüngsten Variante, der Boeing 747-8, im Einsatz.

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